Soltau ehrt jüdische Familie Lennhoff mit Stadion-Umbenennung und neuem Ehrenpreis
Soltau ehrt jüdische Familie Lennhoff mit Stadion-Umbenennung und neuem Ehrenpreis
Der Stadtrat von Soltau wird bald über zwei neue Initiativen zur Ehrung der lokalen Geschichte beraten. Ein Vorschlag sieht die Umbenennung der Sportanlage in Böhmewald-Stadion vor, ein weiterer führt einen nach Sally Lennhoff benannten Ehrenpreis ein. Beide Pläne stoßen vor der anstehenden Sitzung auf breite politische Unterstützung.
Ein gemeinsamer Antrag von CDU, SPD, BU/FDP und Bündnis 90/Die Grünen fordert die Umbenennung des Hindenburg-Stadions in Böhmewald-Stadion nach dessen Sanierung. Fast alle Fraktionen befürworten die Änderung, auch wenn der Standort nicht den Namen der jüdischen Familie Lennhoff tragen wird.
Die zweite Initiative schlägt einen Sally-Lennhoff-Ehrenpreis für verdiente Bürgerinnen und Bürger vor. Die Organisatoren haben bereits Kontakt zu den in den USA lebenden Urenkeln der Familie aufgenommen, um über Erinnerungsprojekte zu sprechen. Falls der Vorschlag angenommen wird, soll eine Arbeitsgruppe ein Konzept für eine Gedenkstätte in der Marktstraße 8 entwickeln, wo die Familie Lennhoff einst lebte und arbeitete.
Zudem sind sechs weitere Stolpersteine an derselben Stelle geplant, die bis November 2025 zu den sieben bereits in Soltau verlegten Steinen hinzukommen sollen. Darüber hinaus wird die Geschichte der Familie Lennhoff in einem Sammelband neu aufgelegt, um ihr Erbe zu bewahren.
Der Rat wird in der nächsten Sitzung entscheiden, ob die Anträge zur weiteren Prüfung an die Ausschüsse überwiesen werden.
Sollten die Initiativen verabschiedet werden, würden sie das historische Gedächtnis Soltaus nachhaltig prägen: Der Name Böhmewald würde das Stadion kennzeichnen, während der Lennhoff-Preis, die Gedenkstätte und die Stolpersteine den Platz der jüdischen Familie in der Stadtgeschichte würdigen. Die Entscheidung des Rates wird die nächsten Schritte für beide Projekte bestimmen.
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