Invasives Unkraut bedroht 300.000 Hektar Ackerland in Deutschland

Bodo Zimmer
Bodo Zimmer
2 Min.
Ein Feld mit hellgelben Maiskörnern, die ordentlich auf dem Boden verteilt sind.Bodo Zimmer

Invasives Unkraut bedroht 300.000 Hektar Ackerland in Deutschland

Schnell wucherndes Unkraut bereitet deutschen Landwirten massive Probleme

Die Gelbe Zypergrasart (Cyperus esculentus) breitet sich rasant aus und hat bereits über 300.000 Hektar Ackerland in Deutschland befallen – alleine 250.000 Hektar davon in Niedersachsen. Um die Lage in den Griff zu bekommen, haben die Behörden zum zweiten Mal in Folge die Notfallzulassung für ein spezielles Herbizid namens Permit erteilt.

Das Gelbe Zypergras verbreitet sich aggressiv über unterirdische Triebe und Knollen und wird oft unbewusst mit Landmaschinen von Feld zu Feld verschleppt. Dadurch stellt es eine ernste Bedrohung für Reihenkulturen wie Mais und Kartoffeln dar. Da das Unkraut wellenförmig wächst, gestaltet sich die Bekämpfung ohne eine Kombination aus chemischen und agronomischen Maßnahmen besonders schwierig.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat eine 120-tägige Notfallzulassung für Permit erteilt, ein Herbizid mit dem Wirkstoff Halosulfuron-methyl. Dieser wird systemisch von den Pflanzen aufgenommen – sowohl über die Blätter als auch die Wurzeln – und führt zu Vergilbung, Gewebetod und gestörtem Wachstum. Landwirte müssen das Mittel in zwei Schritten ausbringen: zunächst 15 g/ha, wenn das Unkraut das Stadium BBCH 14 erreicht, gefolgt von 20 g/ha im Stadium BBCH 16, mit einem Abstand von 7 bis 12 Tagen zwischen den Anwendungen. Die Gesamtmenge darf 1 hektar nicht überschreiten und muss in 200 bis 400 Litern Wasser pro Hektar verdünnt werden.

In diesem Jahr stehen 3.500 Kilogramm Permit zur Verfügung – genug, um bis zu 100.000 Hektar zu behandeln. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber 2025, als 1.050 Kilogramm für 30.000 Hektar reichten. Allerdings gelten strenge Auflagen: Auf drainierten Flächen darf das Herbizid aus Umweltschutzgründen nicht eingesetzt werden. Dr. Dirk Wolber rät, Permit mit Vorauflaufmitteln wie Adengo oder Iseran zu kombinieren und bei Bedarf mit einem Nachauflaufherbizid wie Maister nachzubehandeln.

Deutschland steht mit diesem Problem nicht allein da: Bis März 2026 hatten auch Frankreich, Belgien und die Niederlande Notfallzulassungen für Permit erteilt, um die Ausbreitung des Gelben Zypergrases einzudämmen.

Die Notfallzulassung von Permit gibt Landwirten ein gezieltes Werkzeug gegen das Unkraut an die Hand. Doch der Erfolg hängt von einer sorgfältigen Anwendung und einem integrierten Unkrautmanagement ab. Angesichts der weiteren Ausbreitung zeigt die erhöhte Herbizidmenge, wie dringend das Problem in ganz Europa geworden ist.

Neueste Nachrichten
Eine lange Reihe von Servern in einem Rechenzentrum, mit elektronischen Geräten in den Racks und Lampen oben.
Autos 2 Min.

Lenze revolutioniert sein Datenmanagement für die digitale Zukunft der Automatisierung

Ein Automatisierungs-Pionier zeigt, wie klare Datenstrategien Silos sprengen und Servicequalität steigern. Doch was bedeutet das für Kunden und Wettbewerb?

Ein Basketballspiel in einer großen Arena mit Zuschauern auf den Rängen, Anzeigetafeln mit "Asvel vs Galatasaray" und einer beleuchteten Decke mit einem Bildschirm über dem Spielfeld.
Promis 2 Min.

"Nipplegate" und homophobe Beleidigungen: Promis unter Palmen eskaliert dramatisch

Erst ein Piercing-Streit, dann ein homophober Ausrutscher – diese Folge sprengt alle Grenzen. Wer bleibt, wer geht, und wer hat wirklich erpresst?

Eine Gruppe junger Menschen in Fußballtrikots steht auf einem Fußballfeld und klatscht feierlich mit einer 'Ligue 1'-Platte im Hintergrund.
Fußball Global 1 Min.

Wiesbaden Phantoms feiern Aufstieg ihrer Flag-Football-Talente in die U13

Mit Smarties als Symbol für Teamgeist: Wie die Phantoms ihren Nachwuchs auf den nächsten Schritt vorbereiten. Ein emotionaler Abschied und ein vielversprechender Neuanfang.

Ein Mann in einem Anzug steht auf einer Bühne, lächelt und klatscht, mit einem Schild im Hintergrund, auf dem "The Voice" steht.
Promis 2 Min.

Prozessberater scheitert fast an Beach Boys – und zieht trotzdem ins Finale ein

Ein Telefonjoker, der nicht rangeht, und eine Mutter, die die Antwort angeblich kannte: Wie ein Prozessberater trotz Pannen ins Finale von Wer wird Millionär? einzieht. Jauch bleibt cool – doch Suhr nicht immer.

Ein Plakat zeigt das brennende Second Avenue Armory in New York City, mit Menschen vor dem Gebäude und Rauch, der aus dem Gebäude aufsteigt, und Text unten, der lautet "New York - Brand des Second Avenue Armory".
Unfälle 2 Min.

Drittes Mal in Flammen: Teterower Apotheke leidet unter Silvester-Krawallen

Jedes Silvester dasselbe Bild: Eine Apotheke wird zum Ziel von Böllern und Raketen. Diesmal traf es das Leuchtschild – doch wer zahlt die Schäden? Ein Inhaber zwischen Wut und Resignation.

Ein Blatt Papier mit einer Zeichnung eines Mannes mit nachdenklichem Gesichtsausdruck, begleitet von der fett gedruckten Textzeile "Stand der Umfrage mit beiden Kandidaten während der Wahl"
Unterhaltung 2 Min.

Warum Cem Özdemir trotz Wahlsiegs auf das Brezel-Tattoo verzichtete

Ein Symbol des Erfolgs für die Basis, aber kein Trend für die Spitze. Özdemirs klare Absage zeigt: Bei den Grünen bleibt die Brezel den Freiwilligen vorbehalten.

Ein Feld mit hellgelben Maiskörnern, die ordentlich auf dem Boden verteilt sind.
Umweltwissenschaften 2 Min.

Invasives Unkraut bedroht 300.000 Hektar Ackerland in Deutschland

Ein unscheinbares Gras legt ganze Ernten lahm. Warum Landwirte jetzt um jeden Hektar kämpfen – und warum Chemiekeulen nur die halbe Lösung sind.

Eine detaillierte Stadtkarte mit einem grünen zentralen Bereich, wahrscheinlich ein geplanter Entwicklungsstandort, umgeben von Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten.
Allgemeine Nachrichten 2 Min.

Neuer Nachbarschaftsplatz in Ebertal: Siegerentwurf wird am 12. März präsentiert

Ein zentrales Herz aus Natur und Begegnung entsteht in Ebertal. Wer den Siegerentwurf mitprägen will, sollte am 12. März dabei sein – live oder per E-Mail.

Neueste Nachrichten