Wie Hoffmann von Fallersleben mit einem Lied Deutschland prägte – eine Führung durch sein Leben
Bodo ZimmerWie Hoffmann von Fallersleben mit einem Lied Deutschland prägte – eine Führung durch sein Leben
Führung am 29. März: Das Leben des Dichters hinter der deutschen Nationalhymne
Am 29. März lädt eine Führung dazu ein, das Leben von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zu erkunden – dem Mann, der die deutsche Nationalhymne prägte. Vor 228 Jahren in Fallersleben geboren, formten seine Volkslieder und politischen Schriften die deutsche Identität maßgeblich. Die Historikerin Elke Schulz führt Besucher durch das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum und bringt ihnen seine Geschichte näher.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben kam 1798 in Fallersleben zur Welt, das damals zum Kurfürstentum Hannover gehörte. Sein Elternhaus, das Hoffmann-Haus, diente als lokaler Treffpunkt, an dem Menschen Nachrichten und Ideen austauschten. Schon als Siebenjähriger las er Erwachsenen Zeitungen vor – ein frühes Zeichen für seine lebenslange Verbindung zu Worten und Politik.
Er erlebte tiefgreifende historische Umbrüche mit: die Französische Revolution, die Napoleonischen Kriege und den Beginn der Industrialisierung. Diese Ereignisse prägten sein Werk, insbesondere sein 1841 auf Helgoland verfasstes Lied der Deutschen, das als liberaler Aufruf zur Einheit gedacht war. Mit der Zeit änderte sich seine Deutung – 1867 galt es im Ausland als imperialistisch, im Ersten Weltkrieg wurde es dann als nationales Bekenntnis vereinnahmt.
Die erste Strophe des Liedes wurde 1922 zur Hymne der Weimarer Republik. Später kombinierten die Nationalsozialisten sie mit dem Horst-Wessel-Lied, und nach dem Zweiten Weltkrieg verboten die Alliierten das Lied vollständig. 1952 übernahm die Bundesrepublik die dritte Strophe ("Einigkeit und Recht und Freiheit") als Nationalhymne – eine Entscheidung, die von Bundespräsident Heuss und Bundeskanzler Adenauer unterstützt wurde. Diese Version blieb auch nach der Wiedervereinigung 1990 erhalten, während die ersten beiden Strophen aus dem öffentlichen Gebrauch verschwanden.
Die Führung beginnt um 15:00 Uhr. Die Eintrittspreise betragen 3,50 € für Erwachsene, 3,00 € für Rentner und Senioren sowie 2,50 € im ermäßigten Tarif. Kinder unter fünf Jahren haben freien Eintritt.
Das Hoffmann-von-Fallersleben-Museum bewahrt sein Erbe bis heute und würdigt seine Rolle in der deutschen Kultur- und Zeitgeschichte. Heute wird bei offiziellen Anlässen nur noch die dritte Strophe der Hymne gesungen – ein Zeichen für ihre bleibende, wenn auch wandelbare Bedeutung. Die Führung bietet die Gelegenheit, nachzuvollziehen, wie die Worte eines einzelnen Mannes zu einem Symbol nationaler Identität wurden.






