29 March 2026, 06:38

Tschechien überholt Österreich und Deutschland beim Wirtschaftswachstum – wie gelingt das?

Liniengraph, der die Beschäftigungsquote in Frankreich von 2000 bis 2012 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Tschechien überholt Österreich und Deutschland beim Wirtschaftswachstum – wie gelingt das?

Die Tschechische Republik gilt nun als die stärkste postkommunistische Volkswirtschaft in der EU und hat sich in der Gesamtwirtschaftsleistung auf den 8. Platz vorgearbeitet. Dieser Erfolg ist das Ergebnis jahrzehntelanger Umstrukturierung der industriellen Basis und der Integration in europäische Lieferketten. Der ehemalige Ministerpräsident Andrej Babiš hat nun seine Sicht auf die Erfolgsfaktoren dargelegt – und auf die Herausforderungen, die sowohl für das Land als auch für die EU bevorstehen.

Zwischen 2000 und 2025 hat sich das Pro-Kopf-BIP der Tschechischen Republik fast vervierfacht und damit das Wachstum Deutschlands und Österreichs übertroffen, wo sich die Einkommen im gleichen Zeitraum lediglich verdoppelten. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist der widerstandsfähige Industriesektor, insbesondere die global konkurrenzfähige Automobil- und Maschinenbauproduktion. Babiš führt diesen Fortschritt auf die harte Arbeit der tschechischen Beschäftigten, deren technisches Know-how und die engen Verflechtungen des Landes mit den europäischen Produktionsnetzwerken zurück.

Gleichzeitig kritisiert Babiš übermäßige EU-Regulierung und Bürokratie als Bremsklötze für das Wirtschaftswachstum. Er fordert den Abbau von überflüssigen Vorschriften, gezielte Investitionen in Schlüsselsektoren und die Sicherung bezahlbarer Energie, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu erhalten. In der Umweltpolitik lehnt er das geplante Verbot von Verbrennungsmotoren ab und plädiert für eine Überprüfung der Regeln im Emissionshandel.

Beim Euro sieht Babiš für die Tschechische Republik keinen Nutzen in der Einführung der Gemeinschaftswährung. Stattdessen betont er, dass sich die EU auf wirtschaftliche Stabilität, Grenzsicherung und Migrationskontrolle konzentrieren sollte. Entscheidungen müssten seiner Ansicht nach näher an den Bürgern getroffen werden – mit größerer Rücksicht auf die nationale Souveränität der Mitgliedstaaten.

Der wirtschaftliche Aufstieg der Tschechischen Republik steht im Kontrast zur Stagnation im Nachbarland Österreich und unterstreicht den Wandel von der Plan- zur marktwirtschaftlich geprägten Industrieproduktion. Babiš' Vorschläge – weniger Regulierung, Schutz strategischer Industrien und Energiesicherheit – spiegeln die aktuellen Debatten über die Zukunft der EU wider. Seine Haltung zur gemeinsamen Währung und zur nationalen Eigenständigkeit verdeutlicht die anhaltende Spannung zwischen europäischer Integration und der Souveränität der Mitgliedstaaten.

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