04 May 2026, 08:40

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Menschen sitzen vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern während einer Klimawandel-Demonstration in Berlin, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) wollen die Anlage auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue errichten, doch Kritiker bemängeln, dass das Vorhaben mit den Klimazielen der Stadt unvereinbar sei. Zehn offizielle Einsprüche wurden bereits bei der zuständigen Genehmigungsbehörde eingereicht.

Die Initiativen, darunter MainzZero und der BUND Mainz, stellen den Bedarf für ein weiteres Gaskraftwerk infrage, wo doch sauberere Alternativen verfügbar seien. Sie verweisen auf Batteriespeicher als bewährte und kostengünstige Lösung – eine Technologie, die im Gegensatz zu Gas keine kontinuierliche Brennstoffversorgung erfordert. Die Produktionskosten für Batteriespeicher sind in den letzten 15 Jahren drastisch gesunken: von etwa 1.300 Euro pro Kilowattstunde auf nur noch 90 Euro heute.

KMW argumentiert, die Anlage könne später auf Wasserstoff umgestellt werden, doch Aktivisten zeigen sich skeptisch. Maren Goschke vom BUND Mainz kritisierte die Investition von 44 Millionen Euro als „Festlegung auf veraltete, konventionelle Gaskraftwerkstechnologie für Jahrzehnte“. Ein weiteres Problem sei das Fehlen einer aktuellen Umweltverträglichkeitsprüfung – die letzte Datengrundlage stamme aus dem Jahr 2005.

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Michael Lengersdorff, Sprecher von MainzZero, forderte mehr Transparenz und fragte, wie KMW das Projekt mit dem Ziel der Klimaneutralität Mainzer bis 2035 in Einklang bringen wolle. Das Bündnis betont, das Kraftwerk würde die Klimabemühungen der Stadt untergraben statt sie zu unterstützen.

Die Einsprüche liegen nun beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) zur Prüfung vor. Sollte das Projekt genehmigt werden, wäre Mainz langfristig an die Gasstromerzeugung gebunden. Die Entscheidung wird zeigen, ob in der Stadt die Klimastrategie oder die Energiepläne von KMW Vorrang haben.

Quelle