16 March 2026, 22:36

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 als jüngster Preisträger aller Zeiten

Gemälde von Wassily Kandinsky in einem klassischen Rahmen, an einer Wand angebracht.

Petrit Halilaj gewinnt Nasher-Preis 2027 als jüngster Preisträger aller Zeiten

Der kosovarische Künstler Petrit Halilaj hat den Nasher-Preis 2027 gewonnen und ist mit 39 Jahren der jüngste Preisträger in der Geschichte der Auszeichnung. Der mit 100.000 US-Dollar dotierte Preis würdigt seine Verdienste um die Bildhauerei; im kommenden Jahr werden im Nasher Sculpture Center in Dallas neue und neu interpretierte Werke von ihm zu sehen sein.

Seine Kunst ist tief verwurzelt in seiner Kindheit im Kosovo während des Krieges der 1990er-Jahre und verbindet persönliche Erinnerungen mit den größeren Themen Konflikt und Widerstandsfähigkeit.

Halilaj wuchs im Kosovo auf, wo der Krieg seine frühen Jahre prägte. Mit 13 Jahren brannten serbische Truppen das Haus seiner Familie nieder – eine Erfahrung, die sein späteres künstlerisches Schaffen maßgeblich beeinflusste. Seine Zeichnungen aus der Kriegszeit wurden später in der Tate St. Ives in England ausgestellt und gewähren Einblicke in seine prägenden Jahre.

Seine Skulpturen erkunden oft den Kontrast zwischen kindlicher Unschuld und der Härte des Krieges. Ein bemerkenswertes Projekt verwandelte Kritzeleien von Schulkindern vom Balkan in Bronzeskulpturen, die im Metropolitan Museum of Art in New York gezeigt wurden. Ein weiteres ambitioniertes Werk, die interdisziplinäre Oper Syrigana, feierte in einem kosovarischen Dorf Premiere – trotz Brandanschlägen auf Requisiten kurz vor der Eröffnung.

Über sein eigenes künstlerisches Schaffen hinaus engagiert sich Halilaj für die Restaurierung des Hauses der Kultur in seiner Heimatstadt durch die von ihm mitgegründete Hajde!-Stiftung. Das Zentrum, das 2027 wiedereröffnet werden soll, hat zum Ziel, Menschen unterschiedlicher ethnischer Hintergründe und Minderheitengruppen zusammenzubringen. Einen Teil des Preisgeldes will er nutzen, um die Arbeit der Stiftung zu unterstützen, die sich für die Förderung der Künste im Kosovo einsetzt.

Die Ausstellung im nächsten Jahr im Nasher Sculpture Center wird sowohl neue als auch neu interpretierte Installationen präsentieren. Damit setzt Halilaj seine künstlerische Auseinandersetzung mit Erinnerung, Vertreibung und kultureller Identität fort.

Der Nasher-Preis verhilft Halilajs Werk zu einer breiteren Öffentlichkeit; die Ausstellung 2027 markiert einen neuen Abschnitt in seiner Karriere. Gleichzeitig schafft seine Stiftung mit der Wiederbelebung des Hauses der Kultur einen dauerhaften Ort des künstlerischen Austauschs im Kosovo. Die 100.000 US-Dollar Preisgeld fließen direkt in diese Projekte und unterstreichen sein Engagement für Kunst und Gemeinschaft.

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