Nitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – Patienten suchen Alternativen
Aurelia AumannNitrendipin-Mangel in Deutschland hält an – Patienten suchen Alternativen
Deutschland kämpft mit anhaltendem Nitrendipin-Mangel
In Deutschland herrscht weiterhin ein Engpass bei Nitrendipin, einem Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck. Das Problem besteht seit dem letzten Sommer und betrifft alle drei Hersteller, die das Präparat im Land liefern. Da sich die Produktionsverzögerungen hinziehen, greifen Patienten und Ärzte zunehmend auf alternative Behandlungen zurück.
Nitrendipin gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker, genauer gesagt zu den Dihydropyridinen. Diese Wirkstoffe verhindern, dass Kalzium in die Zellen eindringt, wodurch sich die Arterien entspannen und der Blutdruck gesenkt wird. Mit der Zeit ist die Verwendung von Nitrendipin jedoch zurückgegangen, da Ärzte vermehrt auf Alternativen wie Amlodipin oder Lercanidipin zurückgreifen.
Betroffen von den aktuellen Lieferengpässen sind sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierungen. Der Hersteller Aristo rechnet damit, dass sich seine Produktionsprobleme bis Ende 2026 hinziehen werden. Die beiden anderen Anbieter, Ratiopharm und Aliud Pharma, planen, die Lieferungen der 20-Milligramm-Variante bis Ende März wiederaufzunehmen. Auch die 10-Milligramm-Tabletten sind knapp, hier wird mit einer Wiederverfügbarkeit ab Mitte April gerechnet.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte Nitrendipin bereits im letzten Sommer auf die Liste der gemeldeten Arzneimittelknappheiten gesetzt. Das Problem ist Teil eines größeren Trends, der ältere Medikamente betrifft – darunter auch andere Kalziumkanalblocker. Bis auf Weiteres werden Patienten auf besser verfügbare Alternativen wie Amlodipin oder Lercanidipin umgestellt.
Die anhaltende Knappheit zwingt Ärzte dazu, auf andere Blutdrucksenker auszuweichen. Während Ratiopharm und Aliud Pharma ihre Lieferungen in den kommenden Monaten wieder normalisieren wollen, werden sich die Verzögerungen bei Aristo bis Ende 2026 erstrecken. Die Situation unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Produktion älterer, aber nach wie vor unverzichtbarer Medikamente.






