19 March 2026, 20:33

Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor Energiekrise durch leere Gasspeicher im Winter 2026

Eine Liniengrafik, die die Stromstärken während der Stromkrise in Texas 2021 zeigt, mit Farben, die verschiedene Stromverfügbarkeitsstufen anzeigen, begleitet von erklärendem Text.

Olaf Lies fordert Maßnahmen gegen hohe Energiekosten - Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor Energiekrise durch leere Gasspeicher im Winter 2026

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat angesichts des nahenden Winters ernste Bedenken zur Energiesicherheit Deutschlands geäußert. Angesichts historisch niedriger Gasreserven drängt er auf dringende Maßnahmen, um Engpässe zu vermeiden und die Versorgung zu stabilisieren. Seine Warnungen kommen vor dem Hintergrund steigender Kraftstoffkosten, geopolitischer Spannungen und der anhaltenden Debatte über die deutsche Energiestrategie.

Die Gasvorräte in Deutschland sind auf besorgniserregend niedrige Werte gesunken und lagen am 7. März 2026 bei nur noch 20,96 %. Kaltes Wetter, hohe Preise für Flüssigerdgas (LNG) und Lieferstörungen durch die Sperrung der Straße von Hormus haben die Speicher schneller als üblich geleert. Bereits Anfang Februar fielen die Bestände unter 30 %, sanken dann bis zum 13. Februar auf 25 % und näherten sich Ende des Monats der 20 %-Marke. Zwar sollten die Vorräte bis zum Ende der Heizperiode am 30. März reichen, doch die Wiederauffüllung für den nächsten Winter bleibt ungewiss – aufgrund schwacher Marktimpulse und negativer Preisspannen.

Lies fordert den Bau eines dritten LNG-Terminals in Wilhelmshaven, um die Importquellen zu diversifizieren und zukünftige klimafreundliche Brennstoffe zu unterstützen. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit von Lieferungen aus Norwegen und den Niederlanden sowie die Aufrechterhaltung der heimischen Förderung in der Nordsee. Zugleich kritisiert er die erneute Diskussion über Atomkraft als destabilisierend für das öffentliche Vertrauen und die Planungsgrundlagen der Industrie.

Der Ministerpräsident hat die Bundesregierung aufgefordert, alle möglichen Lösungen zu prüfen – von strategischen Reserven bis hin zu potenzieller Fracking-Förderung, auch wenn kurzfristig keine Änderungen zu erwarten sind, angesichts des bestehenden Verbots und langer Vorlaufzeiten. Parallel dazu hat er die Mineralölkonzerne zum Handeln gegen die explodierenden Spritpreise gedrängt, die die Unzufriedenheit in der Bevölkerung weiter anheizen. Seine Warnungen erstrecken sich auch auf mögliche Folgen der eskalierenden Spannungen mit dem Iran, die er als berechtigte Sorge für die Energiemärkte bezeichnet.

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Die deutschen Gasspeicher sind auf dem niedrigsten Stand seit Jahren – Zweifel an der Wintervorsorge wachsen. Lies' Vorschläge zielen auf den Ausbau der LNG-Kapazitäten, die Sicherung alternativer Bezugsquellen und eine Neubewertung der inländischen Förderung. Ohne stärkere Marktanreize oder politische Weichenstellungen könnte die Auffüllung der Reserven für 2026/27 jedoch vor erheblichen Herausforderungen stehen.

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