Kulturminister Weimer schließt drei Buchhandlungen von Preisverleihung aus – und löst Empörung aus
Aurelia AumannKulturminister Weimer schließt drei Buchhandlungen von Preisverleihung aus – und löst Empörung aus
Drei Buchhandlungen sind von der Shortlist für den Deutschen Buchhandelspreis durch Kulturminister Wolfram Weimer ausgeschlossen worden. Die Entscheidung hat scharfe Kritik von Gewerkschaften und Branchenvertretern ausgelöst. Weimer berief sich auf "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse", gab jedoch keine weiteren Details bekannt.
Die betroffenen Buchhandlungen – Rote Straße in Göttingen und The Golden Shop – waren ursprünglich von einer unabhängigen Jury ausgewählt worden. Ihre Streichung von der Liste hat heftige Verurteilung durch die Gewerkschaft ver.di hervorgerufen, die viele Buchhändler vertritt. Andrea Wemheuer, Leiterin des ver.di-Landesbezirks, bezeichnete den Schritt als "katastrophal" und warnte, dies könnte die kulturelle Freiheit untergraben.
Wemheuer betonte, Buchhandlungen seien unverzichtbare Orte für offenen Austausch und kulturellen Dialog. Laut ihrer Aussage hat sich die Verlags- und Buchhandelsbranche schnell hinter die betroffenen Geschäfte gestellt. Bisher haben weder die niedersächsische Landesregierung noch der regionale Kultursenat öffentlich auf die Kontroverse reagiert.
Die Gewerkschaft hat ihre Unterstützung für die Buchhandlungen bekräftigt und fordert Transparenz im Entscheidungsprozess. Aus Weimers Ministerium wurden keine weiteren Informationen zu den angeblichen verfassungsschutzrechtlichen Bedenken veröffentlicht.
Der Ausschluss der drei Buchhandlungen wirft in der Branche Fragen nach der Fairness des Auswahlverfahrens auf. Ohne weitere Erklärungen aus Weimers Haus bleibt die Entscheidung umstritten. Die betroffenen Läden erhalten weiterhin Rückhalt von Gewerkschaften und Kultureinrichtungen.