Krankenkassen: Kosten explodieren – doch die Einnahmen hinken hinterher
Aurelia AumannKrankenkassen: Kosten explodieren – doch die Einnahmen hinken hinterher
Die Ausgaben der deutschen Krankenversicherungen sind erneut stark gestiegen – die Gesamtkosten kletterten im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent. Damit entspricht der Anstieg dem des Vorjahres, und das trotz einer stabilen Zahl an Versicherten. Besonders kräftig legten die Kosten für Krankenhausbehandlungen und spezialisierte Arzneimitteltherapien zu.
Den stärksten Anstieg verzeichnete die stationäre Krankenhausversorgung mit einem Plus von 9,6 Prozent. Dieser Bereich war der Haupttreiber für den insgesamt um 7,9 Prozent gestiegenen Leistungsaufwand der Kassen.
Auch die medizinische Behandlungspflege wuchs erneut überdurchschnittlich – um 12,6 Prozent. Das ist bereits das dritte Jahr in Folge mit einem derart deutlichen Anstieg und liegt deutlich über dem langfristigen Trend. Ebenfalls stark stiegen die Ausgaben für Therapien durch Heilberufler: Hier gab es ein Plus von 10,4 Prozent, womit sich der dreijährige Trend zweistelliger Zuwächse fortsetzt.
Deutlich zulegten ebenfalls die ambulanten Arztleistungen, deren Kosten um 7,6 Prozent stiegen. Präventiv- und Rehabilitationsmaßnahmen folgten diesem Muster und erhöhten sich seit 2020 um 10 Prozent.
Die Arzneimittelausgaben stiegen insgesamt um 5,9 Prozent, doch bei spezialisierten ambulanten Medikamententherapien gab es einen drastischen Anstieg um 27,1 Prozent. Die Verwaltungsausgaben entwickelten sich dagegen moderater: Die Personalkosten stiegen um 6 Prozent, die Sachkosten um 4,4 Prozent. Insgesamt erhöhten sich die Verwaltungsausgaben um 4,7 Prozent.
Trotz der stark gestiegenen Ausgaben wuchsen die Einnahmen der Krankenkassen nur um 5,3 Prozent – deutlich weniger als der Anstieg der Kosten.
Die aktuellen Zahlen zeigen einen klaren Trend: Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland steigen schneller als die Einnahmen. Vor allem Krankenhausbehandlungen, spezialisierte Arzneimittel und Pflegeleistungen treiben die Kosten in die Höhe. Da sowohl Verwaltungs- als auch Behandlungskosten zunehmen, vergrößert sich die Schere zwischen Ausgaben und Einnahmen weiter.






