Klimaproteste in Wilhelmshaven: Aktivisten kämpfen gegen neues LNG-Terminal am Hooksiel-Hafen
Aurelia AumannKlimaproteste in Wilhelmshaven: Aktivisten kämpfen gegen neues LNG-Terminal am Hooksiel-Hafen
Rund 80 Klimaaktivistinnen und -aktivisten versammelten sich am Hooksiel-Außenhafen bei Wilhelmshaven, um gegen den geplanten Flüssiggas-Terminal (LNG) zu protestieren. Die Kundgebung in der Nähe des riesigen Regasifizierungsschiffs Höegh Esperanza unterstreicht den wachsenden Widerstand gegen den Ausbau fossiler Energien in der Region. Umweltverbände warnen, dass das Projekt sowohl lokale Ökosysteme als auch Deutschlands Klimaziele gefährdet.
Die Demonstration wurde von einem neuen Bündnis aus Umweltorganisationen organisiert, darunter die Deutsche Umwelthilfe (DUH), lokale Gruppen des BUND und des NABU sowie Fridays for Future. Sie argumentieren, dass das LNG-Terminal am Voslapper Groden-Nord die Region für Jahrzehnte an fossile Brennstoffe binden werde. Milena Pressentin von der DUH warf den Behörden "feinste Greenwashing-Methoden" vor und bezeichnete das Vorhaben als nichts weiter als eine "Importanlage für fossiles Gas".
Der Fridays-for-Future-Aktivist Martin Lüdders erklärte vor den Demonstrantinnen und Demonstranten, Wilhelmshaven sei "die vom Klimawandel am stärksten bedrohte Region Deutschlands". Seine Aussagen decken sich mit dem Klimarisikoindex, der die Nordseeküste als besonders anfällig für steigende Meeresspiegel, Sturmfluten und extreme Hitze ausweist. Lüdders kritisierte zudem die Bundesregierung, sie "sabotiere die Energiewende", indem sie die fossile Infrastruktur ausbaue.
Lokale Verantwortliche sehen das Projekt anders. Niksa Marusic, Leiter der Stadtplanung in Wilhelmshaven, bezeichnete Änderungen im Flächennutzungs- und Bebauungsplan als Schritt hin zu mehr Energiesicherheit und Klimazielen. Doch die Protestierenden lassen sich nicht überzeugen. Das Bündnis hat bereits Klage gegen den Bebauungsplan Nr. 225 eingereicht – mit der Begründung, dieser schwäche den Naturschutz und ebne den Weg für weiteren Ausbau fossiler Energien.
Der Protest macht die tiefen Gräben in der Debatte um Deutschlands Energiezukunft deutlich. Während Planer betonen, das Terminal verbinde Sicherheit mit Nachhaltigkeit, warnen Aktivistinnen und Aktivisten, es werde die Klimarisiken in der ohnehin schon gefährdeten Küstenregion verschärfen. Rechtliche Auseinandersetzungen und öffentlicher Widerstand könnten den Fortgang des Projekts verzögern oder sogar verändern.






