Grüne Technologien: Warum Deutschland trotz Boom an globaler Bedeutung verliert
Bodo ZimmerDeutsche fordern stärkere Förderung von grünen Technologien - Grüne Technologien: Warum Deutschland trotz Boom an globaler Bedeutung verliert
Eine deutliche Mehrheit der Deutschen hält grüne Technologien für entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft des Landes. Aktuelle Zahlen zeigen eine breite Unterstützung für Innovation: 93 Prozent bewerten den technologischen Fortschritt als sehr oder eher wichtig. Doch trotz dieser Rückendeckung ist Deutschlands Anteil an den Exporten grüner Technologien in den vergangenen Jahren gesunken.
Der Sektor für umweltfreundliche Technologien wächst seit 2010 stetig und trägt jährlich etwa 5 Prozent zur deutschen Bruttowertschöpfung bei. Mittlerweile macht er über 8 Prozent der gesamten Exporte des Landes aus. Die öffentliche Meinung spiegelt diesen Trend wider: 80 Prozent sind überzeugt, dass umweltschonende Produktion und Exporte entscheidend für das Wirtschaftswachstum sind.
Allerdings hat Deutschland auf den Weltmärkten an Boden verloren. Lag der Exportanteil grüner Technologien 2010 noch bei rund 12 Prozent, sank er bis 2023 auf etwa 8 Prozent. Gleichzeitig haben Konkurrenten stark aufgeholt: Chinas Anteil stieg von 5 auf über 25 Prozent, während die USA von 7 auf 12 Prozent kletterten. Japans Anteil blieb laut Daten der OECD und Eurostat stabil bei 10 bis 11 Prozent.
Die öffentliche Nachfrage nach schnelleren Fortschritten ist deutlich: Eine Umfrage ergab, dass 69 Prozent der Deutschen sich mehr staatliches Engagement wünschen, um den Umweltschutz und grüne Innovationen zu beschleunigen.
Obwohl der deutsche Markt für grüne Technologien weiterwächst, schrumpft sein globaler Exportanteil. Angesichts des Drucks der Bevölkerung, die rascheere Entwicklungen fordert, steht die Regierung vor der Herausforderung, die Förderung auszubauen. Die künftige wirtschaftliche Stärke des Landes könnte davon abhängen, wie gut es mit der internationalen Konkurrenz Schritt hält.






