Serengeti-Park verklagt Logistiker nach gescheitertem Airbus-A380-Transport
Aurelia AumannSerengeti-Park verklagt Logistiker nach gescheitertem Airbus-A380-Transport
Serengeti-Park in Hodenhagen verklagt Logistikfirma wegen gescheitertem Airbus-A380-Transport
Der Serengeti-Park in Hodenhagen geht rechtlich gegen ein Logistikunternehmen vor, das für eine fehlgeschlagene Verlegung eines Airbus A380 verantwortlich sein soll. Der Park wirft dem Unternehmen vor, eine unvollständige Machbarkeitsstudie erstellt zu haben, die zu jahrelangen Verzögerungen und zusätzlichen Kosten führte. Im Mittelpunkt des Streits steht die stillgelegte Kurt Schumacher, die künftig als Restaurant mit 200 Plätzen genutzt werden soll.
Die Probleme begannen 2018, als der Park das ehemalige Lufthansa-Flugzeug erwarb. Die Studie des Logistikunternehmens soll dabei einen entscheidenden Punkt übersehen haben: Entlang der Transportroute lagen drei geschützte Landschaftsgebiete, für die Sondergenehmigungen erforderlich waren – doch der Bericht erwähnte diese nicht.
Dieses Versäumnis löste langwierige Genehmigungsverfahren und strengere Umweltprüfungen aus. In der Folge verzögerte sich der Transport des Airbus um Jahre, was die Kosten in die Höhe trieb. Der Park argumentiert nun, man hätte das Flugzeug niemals gekauft, wenn das volle Ausmaß der Herausforderungen bekannt gewesen wäre.
Der Serengeti-Park fordert 2,4 Millionen Euro Schadensersatz und macht die vierjährige Verzögerung für finanzielle Verluste verantwortlich. Das Logistikunternehmen wies die Forderung zurück und betonte, seine Studie habe sich lediglich auf die technische Machbarkeit bezogen, nicht auf behördliche Hürden.
Unabhängig vom Ausgang des Rechtsstreits soll die Kurt Schumacher wie geplant umgenutzt werden. Die Pläne, den A380 in ein Restaurant mit etwa 200 Sitzplätzen umzubauen, bleiben bestehen.
Der Fall hat übergreifende Folgen: Seit dem Vorfall ist der Transport übergroßer Ladungen – etwa von Windradteilen oder Industrieanlagen – durch Niedersachsen komplizierter und teurer geworden. Für ähnliche Projekte in der Region gelten nun strengere Prüfungen.
Entscheidend für die Klage ist, ob das Logistikunternehmen die Genehmigungsprobleme von vornherein hätte aufzeigen müssen. Gewinnt der Park, könnte er Millionen an unerwarteten Kosten erstattet bekommen. Fest steht bereits jetzt: Der Streit hat Spuren bei Großtransporten in der Region hinterlassen.






