15 March 2026, 08:30

Grüne, CDU und SPD wollen Landtagswahlen bundesweit synchronisieren

Eine Deutschlandkarte mit in Rot und Blau hervorgehobenen Bundesländern, die die Ergebnisse der Wahl 2016 zeigt, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

Nouripour fordert Fortschritt bei der Zusammenlegung von Wahlterminen - Grüne, CDU und SPD wollen Landtagswahlen bundesweit synchronisieren

Wachsende Unterstützung für einheitliche Landtagswahltermine in Deutschland

Die Bestrebungen, die Wahltermine der Bundesländer in Deutschland zu synchronisieren, gewinnen an Fahrt. Bundestagsvizepäsident Omid Nouripour von den Grünen hat vorgeschlagen, alle Landtagswahlen an einem einzigen Tag abzuhalten. Seine Idee findet nun Rückhalt bei CDU und SPD – ein Zeichen für überparteiliches Interesse an einer Reform des bisherigen gestaffelten Systems.

Aktuell wählen die 16 Bundesländer zu unterschiedlichen Zeitpunkten zwischen 2026 und 2031. So steht in Rheinland-Pfalz die Wahl am 22. März 2026 an, während Sachsen-Anhalt erst am 6. September desselben Jahres an die Urnen bittet. Diese Uneinheitlichkeit steht im Kontrast zu Systemen wie den US-Zwischenwahlen, die CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als mögliches Vorbild nannte.

Nouripours Vorschlag sieht vor, alle Landtagswahlen auf einen festen Termin zu legen. Um vorzeitige Auflösungen von Landtagen zu berücksichtigen, schlägt er vor, die Legislaturperiode bis zur nächsten gemeinsamen Wahl zu verkürzen. Auch SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf äußerte Unterstützung und plädiert gemeinsam mit Linnemann für einen einheitlichen Ansatz.

Doch es gibt Hürden: Die Autonomie der Länder, die Notwendigkeit von Neuwahlen sowie Widerstand aus den Landesregierungen könnten die Umsetzung erschweren. Nouripour räumt diese Herausforderungen ein, betont aber, dass der politische Wille der großen Parteien sie überwinden könne.

Die Reform wäre ein bedeutender Einschnitt im deutschen Wahlsystem. Bei einer Umsetzung könnte sie den Wahlprozess vereinfachen und die Kampagnenmüdigkeit verringern. Allerdings erfordern Änderungen eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, um praktische und verfassungsrechtliche Bedenken auszuräumen.

Quelle