31 May 2026, 20:36

Deutsche Wirtschaft zerrissen: Soll man mit der AfD reden oder nicht?

Wirtschaft streitet über die Behandlung der AfD

Deutsche Wirtschaft zerrissen: Soll man mit der AfD reden oder nicht?

In der deutschen Wirtschaftswelt zeichnet sich eine wachsende Spaltung ab, wenn es um den Umgang mit der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) geht. Während einige Unternehmer den Dialog suchen, lehnen große Wirtschaftsverbände eine Zusammenarbeit mit der Partei weiterhin ab.

Im Mittelpunkt der Debatte steht der sogenannte demokratische Schutzwall – die langjährige Weigerung etablierter Parteien und Organisationen, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Kritiker dieser Haltung argumentieren, dass der Ausschluss der AfD den politischen und wirtschaftlichen Fortschritt behindere. Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus Gruppe, behauptet, der Boykott lähme die Entscheidungsfindung. Die Unternehmerin Sarna Rößer bezeichnet die Haltung als Ausdruck von Arroganz der etablierten Parteien.

Wolfgang Grupp, Geschäftsführer des Bekleidungsherstellers Trigema, befürwortet zwar Zuwanderung, besteht aber darauf, dass die Ausgrenzung der AfD demokratische Grundsätze untergrabe. In einer funktionierenden Demokratie dürfe der Dialog nicht tabu sein, so seine Argumentation.

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Doch die Spitzen der Wirtschaft bleiben bei ihrer ablehnenden Haltung. Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), lehnt jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD ab. Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, warnt, dass eine Einflussnahme der Partei die soziale Marktwirtschaft in Deutschland gefährden könnte.

Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandels-, Außenhandels- und Dienstleistungsverbands (BGA), vertritt eine bedingte Position. Er betont, die AfD müsse sich zunächst klar von Extremismus distanzieren, bevor über Gespräche nachgedacht werden könne.

Der Streit offenbart tiefe Gräben in der deutschen Wirtschaft. Während große Verbände am demokratischen Schutzwall festhalten, fordert eine lautstarke Minderheit von Unternehmern einen Strategiewechsel. Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung könnte die künftige politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit im Land prägen.

Quelle