Deutsche Bahn reagiert mit Körperkameras auf tödlichen Angriff auf Schaffner
Greta JockelDeutsche Bahn reagiert mit Körperkameras auf tödlichen Angriff auf Schaffner
Deutsche Bahn führt nach Tod eines Schaffners neue Sicherheitsmaßnahmen ein
Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2026 hat die Deutsche Bahn neue Schutzvorkehrungen eingeführt. Künftig werden Servicekräfte mit Körperkameras ausgestattet, während die Pflicht zur Vorlage von Dienstausweisen für Fahrkartenkontrolleure entfällt. Gleichzeitig bleiben Verkehrsminister und Gewerkschaften in der Frage weiterer Sicherheitsvorschriften gespalten.
Der Vorfall in der Nähe von Kaiserslautern hat die Debatte über den Schutz von Bahnmitarbeitern neu entfacht. Allein in den letzten Jahren gab es jährlich über 3.000 gewalttätige Übergriffe auf Bahnangestellte.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert zweiköpfige Teams in Zügen als notwendige Sicherheitsmaßnahme. Gewerkschaftschef Martin Burkert warnte, die Gewalt gegen Mitarbeiter werde ohne konsequentes Handeln weiter zunehmen. Seine Äußerungen folgen auf den tödlichen Angriff auf einen Schaffner in Rheinland-Pfalz, wo es besonders bei Fahrkartenkontrollen oder Großveranstaltungen häufig zu Vorfällen kommt.
Die Verkehrsministerkonferenz lehnte den Gewerkschaftsvorschlag ab und lehnt verbindliche bundesweite Vorgaben zur Besetzung ab. Stattdessen begrüßte sie die jüngsten Sicherheitsmaßnahmen der Bahn, verwies jedoch auf die damit verbundenen Mehrkosten. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder prüft derzeit die Wirksamkeit der neuen Regelungen; ein Bericht soll bis Ende April vorliegen.
Schnieder beriet zudem mit kommunalen Verantwortlichen über eine verbesserte Videoüberwachung an Bahnhöfen. Er betonte, dass zusätzliche Finanzmittel im Rahmen des bestehenden Bundeshaushalts bleiben müssten. Unterdessen bleibt die Zahl der Angriffe auf Regionalzugpersonal hoch: Über 1.600 Fälle werden jährlich gemeldet – fast die Hälfte aller Gewaltvorfälle gegen Bahnmitarbeiter.
Während die Deutschen Bahn mit den neuen Maßnahmen die Gewalt eindämmen will, gibt es weiterhin Streit über verbindliche Personalvorgaben. Die Bundesregierung wird im April bewerten, ob die Änderungen ausreichen. Bis dahin halten die Übergriffe auf Bahnbedienstete an – besonders in Risikobereichen wie Regionalzügen und auf Strecken zu Großveranstaltungen.






