15 March 2026, 08:30

Chefket-Konzert nach Antisemitismus-Vorwürfen kurzfristig abgesagt

Eine detaillierte Karte von Israel und Palästina, die Städte, Flüsse und andere geografische Merkmale zeigt, mit Text und Linien, die das Ausmaß des Konflikts zwischen den beiden Ländern angeben.

Antisemiten vs. Zionazis: Warum Jan Böhmermanns Misserfolg spektakulär war - Chefket-Konzert nach Antisemitismus-Vorwürfen kurzfristig abgesagt

Ein geplantes Konzert des deutschen Rappers Chefket wurde nach Vorwürfen des Antisemitismus abgesagt. Die Veranstaltung war Teil der Reihe Die Möglichkeit der Irrationalität, die von Jan Böhmermann im Berliner Haus der Kulturen der Welt kuratiert wurde. Auch mehrere andere Künstler zogen sich nach dem aufkeimenden Streit aus dem Programm zurück.

Die Absage erfolgte, nachdem die Bild-Zeitung Chefket vorwarf, antiisraelische Positionen zu verbreiten. Das Investigativportal Nius deckte später zwei Instagram-Beiträge auf, die zusätzliche Bedenken weckten. Einer der Posts zeigte ein T-Shirt mit einer Karte der israelisch-palästinensischen Region, auf der Israel nicht verzeichnet war – was Kritiker als Infragestellung des Existenzrechts des Landes interpretierten.

Kulturminister Wolfram Weimer verurteilte den geplanten Auftritt als Provokation und betonte, Antisemitismus dürfe niemals toleriert werden. Chefket selbst hatte sich jedoch in der Vergangenheit in seiner Musik und in öffentlichen Stellungnahmen gegen Rassismus und Antisemitismus ausgesprochen. Es gibt keine belegten Hinweise darauf, dass er sich explizit politisch zum Israel-Palästina-Konflikt geäußert hat.

Statt eines Dialogs eskalierte der Streit in öffentliche Beleidigungen und überzogene Vorwürfe. Böhmermanns Versuch, die Veranstaltungsreihe durchzuführen, scheiterte letztlich am Gewicht der Kontroverse. Auch andere geplante Künstler sagten ihre Auftritte ab und begründeten dies mit dem Unbehagen über die Situation und dem Fehlen einer konstruktiven Debatte.

Die Absage zeigt, wie schnell kulturelle Veranstaltungen in politische Auseinandersetzungen hineingezogen werden können. Mit dem Rückzug mehrerer Künstler und ohne Aussicht auf eine Lösung ist die Reihe de facto beendet. Der Vorfall wirft Fragen auf, wie öffentliche Persönlichkeiten mit Vorwürfen der Voreingenommenheit in politisch aufgeladenen Umfeldern umgehen.

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