Ausbildungskrise in Bayern: Warum junge Menschen Metall- und Elektroberufe meiden
Theo SchlosserAusbildungskrise in Bayern: Warum junge Menschen Metall- und Elektroberufe meiden
Weniger junge Menschen in Bayern beginnen eine Ausbildung – einige Branchen sind stärker betroffen als andere
Im vergangenen Jahr ging die Zahl der neuen Ausbildungsverträge im Metall- und Elektrobereich um fast 11 Prozent zurück. Insgesamt verzeichneten alle Branchen einen Rückgang um etwas mehr als ein Prozent.
Stand 30. September wurden in Bayern rund 85.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein Minus von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark betroffen war die Metall- und Elektroindustrie: Hier sank die Zahl der Verträge um 10,8 Prozent auf knapp 14.000. Zu den großen Arbeitgebern in diesem Sektor zählen Unternehmen wie Siemens, BMW, Audi, MAN und Airbus.
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Bayme und vbm, wies Vorwürfe zurück, Unternehmen würden sich nicht ausreichend in der Ausbildung engagieren. Stattdessen nannte er die wirtschaftliche Schwäche und demografische Veränderungen als Hauptgründe für den Rückgang. Fast die Hälfte der Betriebe (48,1 Prozent) klagte über zu wenige Bewerbungen, während 49,4 Prozent angaben, dass den Bewerbern die nötigen Qualifikationen fehlen.
Im Handwerk entwickelte sich die Lage etwas besser – hier gab es nur einen leichten Rückgang bei den Ausbildungsverträgen. Dennoch warnte Brossardt vor weiteren Problemen und prognostizierte für das laufende Jahr einen Rückgang um acht Prozent. Zudem kritisierte er die hohen Betriebskosten in Deutschland und forderte die Bundesregierung auf, geplante Reformen schneller umzusetzen.
Die Entwicklung bei den Ausbildungsplätzen fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus, wobei die Metall- und Elektrounternehmen die größten Verluste verzeichnen. Die Betriebe stehen nun vor der doppelten Herausforderung, sowohl ausreichend Bewerber zu finden als auch geeignet qualifizierte Kandidaten. Ohne Gegenmaßnahmen droht sich der Trend im kommenden Jahr weiter zu verschärfen.






