13 March 2026, 17:06

Asse II: Bergung von 126.000 Atommüll-Fässern scheitert an ungelösten Risiken

Ein Schwarz-Weiß-Foto eines Schutthaufens mit Metallobjekten und Rohren, wahrscheinlich Überreste der Tschernobyl-Katastrophe.

Verzögerter Beginn der Bergung von radioaktivem Abfall aus dem stillgelegten Atomendlager Asse - Asse II: Bergung von 126.000 Atommüll-Fässern scheitert an ungelösten Risiken

Pläne zur Bergung von 126.000 Fässern mit radioaktivem Abfall aus dem deutschen Endlager Asse II wurden auf unbestimmte Zeit aufgegeben. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat ihren Zeitplan von 2020 verworfen und verweist auf ungelöste technische und finanzielle Herausforderungen. Unterdessen verschlechtert sich die geologische Stabilität des Standorts weiter – mit wachsenden Sorgen um die Sicherheitsrisiken.

Die Anlage Asse, die zwischen den 1960er- und 1970er-Jahren genutzt wurde, lagert schwach- und mittelradioaktive Abfälle in 13 unterirdischen Kammern. 2020 hatte die BGE vorgeschlagen, die Bergung ab 2033 zu beginnen, wobei die vorläufigen Kosten auf über drei Milliarden Euro geschätzt wurden. Doch der Plan enthielt keine detaillierten technischen oder logistischen Lösungen – zentrale Fragen blieben unbeantwortet.

Seither haben sich die Bedingungen im Bergwerk weiter verschlechtert. Durch Wassereinbrüche, Salzauflösung und Absackungen drohen Einstürze der Kavernen, Grundwasserverschmutzung und ein Versagen der Barrieren, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in aktualisierten Berichten bis 2025 warnt. Zwar schreibt das Bundesrecht eine unverzügliche Stilllegung vor, doch räumt die BGE nun ein, dass der ursprüngliche Zeitplan unrealistisch war.

Ein neuer Zeitrahmen steht noch nicht fest. Die BGE hat für April eine Aktualisierung zum Planungsstand angekündigt, doch Beamte warnen, dass weiterhin erhebliche Unsicherheiten bestehen. Der verworfene Plan von 2020 basierte auf groben Schätzungen, von denen sich viele inzwischen als veraltet oder massiv unterschätzt erwiesen haben.

Die unbestimmte Verzögerung lässt 126.000 Abfallfässer in einem zunehmend instabilen Bergwerk zurück. Ohne einen überarbeiteten Bergungsplan steigt das Risiko eines strukturellen Kollapses oder radioaktiver Leckagen. Die BGE muss nun sowohl das technische Vorgehen als auch die explodierenden Kosten neu bewerten, bevor überhaupt mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Quelle