74 Tote in 2025: Warum Deutschlands Bau- und Reinigungsbranche noch immer lebensgefährlich ist
Bodo Zimmer74 Tote in 2025: Warum Deutschlands Bau- und Reinigungsbranche noch immer lebensgefährlich ist
Arbeitsschutz in Deutschlands Bau- und Reinigungsbranche bleibt ein ernstes Problem
Im Jahr 2025 starben 74 Beschäftigte bei Arbeitsunfällen, weitere 400 verloren ihr Leben durch Berufskrankheiten. Gewerkschaften und Arbeitsschutzorganisationen fordern nun entschlossenere Maßnahmen, um vermeidbare Tragödien zu verhindern.
Allein im vergangenen Jahr kamen 74 Menschen bei arbeitsbedingten Unfällen in der deutschen Bauwirtschaft und verwandten Dienstleistungsbereichen ums Leben. Dies entspricht einem leichten Rückgang um vier Todesfälle im Vergleich zu 2024. Dennoch stirbt im Schnitt alle vier Arbeitstage ein Beschäftigter in diesen Branchen.
Hinzu kommen 400 Todesfälle, die auf Berufskrankheiten zurückzuführen sind – oft verursacht durch frühere Belastung mit gefährlichen Stoffen wie Staub oder Asbest. Diese Zahlen zeigen, dass trotz bestehender Sicherheitsvorschriften weiterhin erhebliche Risiken bestehen.
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU), die gesetzliche Unfallversicherung für die Baubranche, und die Gewerkschaft IG BAU betonen, dass viele Unfälle vermeidbar wären. Sie bestehen darauf, dass Schutzmaßnahmen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern aktiv umgesetzt werden müssen. Besonders die Arbeitgeber trägen laut Mathias Neuser, kommissarischem Vorstandsvorsitzendem der BG BAU, die letzte Verantwortung für den Schutz ihrer Mitarbeiter.
Beide Organisationen rufen Beschäftigte dazu auf, unsichere Arbeitsbedingungen nicht hinzunehmen. Jeder sollte am Ende der Schicht gesund zu seiner Familie nach Hause zurückkehren. Nach dem Bundesurlaubsgesetz gelten als Arbeitstage alle Tage außer Sonn- und Feiertagen – Sicherheit muss daher täglich und ohne Ausnahme Priorität haben.
Die Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen hält an: BG BAU und IG BAU verlangen eine konsequente Durchsetzung von Schutzvorkehrungen. Ihre Botschaft ist klar: Geeignete Schulungen, Gefahrenbewusstsein und die Verantwortung der Arbeitgeber können Todesfälle und Verletzungen verringern. Ziel ist es, dass kein Beschäftigter vermeidbaren Risiken am Arbeitsplatz ausgesetzt ist.






