Wiener Festwochen beenden Rekordjahr mit Superlativen und polarisierenden Inszenierungen
Aurelia AumannWiener Festwochen beenden Rekordjahr mit Superlativen und polarisierenden Inszenierungen
Die Wiener Festwochen endeten mit kühnen Ansprüchen, beeindruckenden Aufführungen und Besucherrekorden
Die Wiener Festwochen gingen mit einer Mischung aus gewagten Behauptungen, herausragenden Darbietungen und einer Rekordbesucherzahl zu Ende. Milo Rau erklärte seine Produktion zum „größten Theaterstück aller Zeiten“ und feierte ein ausverkauftes Festival. Fast 196.000 Besucher strömten in die Spielstätten, die zu 91 Prozent ausgelastet waren. Das Programm bot eine breite Palette an Theater, Tanz und Musik – mit Werken, die unterschiedlich stark überzeugten.
Milo Raus „Republik der Götter“ lief fünf Wochen lang und zählte damit zu den am längsten gezeigten Produktionen des Festivals. Später bezeichnete er die Inszenierung als Weltpremiere und das „größte Theaterstück aller Zeiten“. Sein Fazit unterstrich zudem den Erfolg der Festwochen, die mit nahezu ausverkauften Häusern aufwarten konnten.
Zu den Höhepunkten zählte Angélica Liddells „Seppuku: Die Beerdigung Mishimas oder die Lust am Sterben“. Auch Thorsten Lensings „Tanzende Idioten“ erntete große Anerkennung, insbesondere für Ursina Lardis Darstellung einer todkranken Frau. Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers „Pfingstspiel“ hinterließen ebenfalls starke Eindrücke.
Nicht alle Produktionen trafen jedoch den Geschmack des Publikums. Susanne Kennedys „Parsifal“ litt unter den erdrückenden Digital-Effekten von Markus Selg. Nestervals Neuinterpretation der Nibelungensage, inspiriert von „Götterdämmerung“, fand wenig Anklang und wurde weitgehend kritisiert. Brigitta Muntendorfs „Der Tag davor“ hingegen überzeugte als kraftvolles Musiktheaterstück, das Gewalt anprangerte. Den Abschluss bildete „Turn“ von Gob Squad – eine interaktive Erkundung des Doppelgänger-Effekts.
Mit einem vielfältigen Programm und großer Zuschauerresonanz gingen die Festwochen zu Ende. Milo Raus ambitionierte Ansprüchen und die hohen Besucherzahlen unterstrichen die Dimension des Festivals. Während einige Produktionen glänzten, blieben andere hinter den Erwartungen zurück – doch die Gesamtwirkung war unbestritten.






