Warum wir täglich nur drei Meinungen brauchen – und ein Rebhuhn als Schiedsrichter
Aurelia AumannWarum wir täglich nur drei Meinungen brauchen – und ein Rebhuhn als Schiedsrichter
Meinungen gibt es überall. Talkshows, Podcasts und Online-Foren produzieren sie in rauen Mengen für den öffentlichen Konsum. Die Autorin oder der Autor reflektiert über diese Flut an Standpunkten und die wachsende Erwartung, sie zu teilen.
In der vergangenen Woche fühlte sich der Autor oder die Autorin von Meinungen zu unzähligen Themen überflutet. Als Gegenmittel schlägt er oder sie eine strikte Obergrenze vor: nicht mehr als drei Meinungen pro Tag. Wer diese überschreite, bräuchte angeblich die Genehmigung einer Rebhuhn-Dame.
Zudem hinterfragt der Autor oder die Autorin den Reiz des achtsamen Atmens. Eine Theorie besagt, dass Menschen in der Natur Trost suchen, weil sie nicht urteilt. Doch der Autor oder die Autorin spinnt scherzhaft den Gedanken weiter, wie die Natur sich vielleicht doch ihre eigene Meinung über die Menschheit bilden könnte.
Trotz des schier endlosen Angebots an Ansichten wird die Welt nie daran verarmen. Schweigen über persönliche Standpunkte wird jedoch immer seltener. Die Idee, sich auf drei Meinungen täglich zu beschränken, bleibt ein humorvoller Vorschlag. Doch Stille zu den eigenen Ansichten ist heute eine Seltenheit. Der Strom an Perspektiven zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung.
