10 April 2026, 12:37

Verlage klagen gegen KI: Wer schützt Kokosnuss und Co. vor ChatGPT?

Zwei Personen in einer heftigen Diskussion, eine mit erhobenem Arm und die andere in einer verteidigenden Haltung, unter dem Titel "Der Kampf um das Urheberrecht" in einem sternenklaren blauen Nachthimmel.

Verlage klagen gegen KI: Wer schützt Kokosnuss und Co. vor ChatGPT?

Ein wachsender Rechtsstreit entfaltet sich zwischen Verlagen und KI-Unternehmen wegen Urheberrechtsverletzungen. Der Verlag Penguin Random House hat OpenAI verklagt und wirft dem Chatbot ChatGPT vor, Inhalte aus der beliebten Kinderbuchreihe Der kleine Drache Kokosnuss von Ingo Siegner ohne Erlaubnis reproduziert zu haben. Der Konflikt wirft grundsätzliche Fragen über KI-generierte Inhalte und deren Auswirkungen auf die kreative Branche auf.

Unterdessen zog ein weiterer Verlag, die Hachette Book Group, kürzlich einen Horrorroman vom Verkauf zurück, nachdem eine KI-Erkennungssoftware große Teile des Textes als möglicherweise maschinell verfasst eingestuft hatte.

Penguin Random House reichte die Klage ein, nachdem entdeckt worden war, dass ChatGPT Texte und Illustrationen erzeugen kann, die den Werken aus Siegners Der kleine Drache Kokosnuss-Reihe stark ähneln. Der Verlag behauptet, OpenAI habe Siegners urheberrechtlich geschützte Werke widerrechtlich genutzt, um seine KI-Modelle zu trainieren – sie effektiv ohne Genehmigung gespeichert und reproduziert. Carina Mathern, Leiterin des Bereichs Kinder- und Jugendbücher bei Penguin Random House, erklärte, die rechtlichen Schritte dienten dem Schutz der Rechte von Kreativen im Zeitalter der KI und sollten faire Bedingungen für Autoren und Illustratorinnen schaffen.

Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Auseinandersetzungen ein. Bereits Anfang dieses Jahres erzielte die deutsche Musikrechtegesellschaft GEMA vor dem Landgericht München einen Teilerfolg gegen OpenAI, weil das Unternehmen Songtexte ohne Erlaubnis genutzt hatte. Verlage und Verbände der Musikbranche gehen zunehmend gegen KI-Firmen vor, darunter OpenAI, Anthropic, Google, xAI und Meta, wegen mutmaßlicher Urheberrechtsverstöße.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Kontroverse wird zusätzlich angeheizt durch die Feststellung, dass ChatGPT Schritt-für-Schritt-Anleitungen zum Selbstveröffentlichen von KI-generierten Büchern bietet. Das Tool schlägt sogar die Erstellung druckfertiger Manuskripte vor – was Bedenken weckt, wie einfach sich unbefugte Inhalte produzieren und verbreiten lassen. Der jüngste Rückzug des Horrorromans Shy Girl durch Hachette, nachdem eine KI-Analyse große Teile als maschinell erstellt einordnete, unterstreicht die Verunsicherung in der Branche.

Im Kern dieser Konflikte steht eine grundlegende Frage: Darf KI überhaupt urheberrechtlich geschütztes Material für Training und Ausgabe nutzen?

Die Klage gegen OpenAI markiert einen weiteren Schritt in der anhaltenden Auseinandersetzung zwischen der kreativen Industrie und KI-Entwicklern. Verlage drängen auf klarere rechtliche Rahmenbedingungen, um originale Werke vor unbefugter KI-Nutzung zu schützen. Mit mehreren laufenden Verfahren könnten die Urteile prägen, wie KI-Tools künftig mit urheberrechtlich geschützten Inhalten umgehen.

Quelle