26 March 2026, 10:34

Verbeamtung von Lehrkräften: Bundesländer streiten über Pensionskosten und Beamtenstatus

Gemälde mit dem Titel "Die Lehrerklasse" von William Hogarth, das einen Mann vor einem Klassenzimmer mit Kindern auf Bänken und auf dem Boden stehend zeigt, mit einer Tafel, einem Rahmenfoto, einem Fenster mit Vorhang und einer Decke.

Verbeamtung von Lehrkräften: Bundesländer streiten über Pensionskosten und Beamtenstatus

Die Debatte über die Verbeamtung von Lehrkräften gewinnt an Fahrt, nachdem Brandenburgs neuer Bildungsminister Signalbereitschaft gezeigt hat, den Beamtenstatus für Pädagogen schrittweise abzuschaffen. Auf Antrag Sachsens wird das Thema nun auf Bundesebene diskutiert. Im Zentrum des Streits stehen die öffentlichen Haushalte und die hohen Pensionskosten.

Sachsens Bildungsminister Conrad Clemens (CDU) drängt auf eine Überprüfung der Verbeamtungspraxis und verweist dabei auf knappe Haushalte sowie die hohen Rückstellungen, die für die Beamtenpensionen erforderlich sind. Sein Bundesland hatte den Beamtenstatus für Lehrkräfte 2019 wieder eingeführt, doch der finanzielle Druck hat die Diskussion seitdem verändert. Auch der Bund der Steuerzahler fordert eine Reduzierung der Beamtenstellen und argumentiert, angespannte öffentliche Kassen erzwängen Einschnitte.

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Brandenburgs CDU-Bildungsminister Gordon Hoffmann zeigte sich offen für den sächsischen Vorschlag eines schrittweisen Abbaus der Verbeamtung. Er betonte jedoch, dass ein solches Vorhaben nur funktionieren würde, wenn alle Bundesländer es einheitlich umsetzten. Aktuell sind im Schuljahr 2025/2026 bereits 31,1 Prozent der Lehrkräfte an Brandenburgs staatlichen Schulen nicht verbeamtet, sondern auf Basis regulärer Arbeitsverträge beschäftigt. Unter den nicht verbeamteten Lehrkräften sind 19,7 Prozent Quereinsteiger.

Unterdessen verteidigt der Deutsche Lehrerverband den Beamtenstatus mit dem Argument, dieser garantiere die besondere Verfassungstreue der Pädagogen – ein Aspekt, der angesichts wachsender extremistischer Bedrohungen an Bedeutung gewinnt. Die Berliner Bildungsverwaltung schloss hingegen nach der Wiedereinführung der Verbeamtung 2023 eine erneute Debatte aus. Die Kultusministerkonferenz (KMK) wird sich nun am Donnerstag mit der Angelegenheit befassen.

Die anstehende Diskussion in der KMK wird zeigen, ob der Vorschlag in den Ländern auf breitere Unterstützung stößt. Daten aus Brandenburg zu den Entwicklungen bei der Verbeamtung von Lehrkräften in den vergangenen fünf Jahren liegen nicht vor, was Vergleiche mit anderen Regionen erschwert. Vorerst prägen finanzielle und rechtliche Argumente beider Seiten die Grundlage für eine kontroverse Auseinandersetzung.

Quelle