VALIE EXPORT – radikale Pionierin der feministischen Kunst stirbt mit 83 Jahren
Theo SchlosserVALIE EXPORT – radikale Pionierin der feministischen Kunst stirbt mit 83 Jahren
VALIE EXPORT, Pionierin der feministischen Kunst und bekannt für ihre provokanten Performances und Filme, ist tot. Die 1940 in Linz, Österreich, als Waltraud Lehner geborene Künstlerin zählte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Kunst. Mit ihren radikalen Werken stellte sie Geschlechternormen infrage und prägte die künstlerische Ausdrucksform neu.
EXPORT wuchs in einem von Frauen geprägten Haushalt auf, erzogen von ihrer Mutter und drei Schwestern. Nach einem Studium an der Kunstschule Linz zog sie nach Wien, um sich auf Textildesign zu spezialisieren. 1966 setzte sie mit dem Druck ihres Porträts auf einer Zigarettenpackung ein erstes künstlerisches Statement – und nannte sich fortan VALIE EXPORT, eine markenhafte Identität, die ihren Geburtsnamen bewusst zurückwies.
Ihre frühen Arbeiten umfassten radikale Körperperformances und Expanded Cinema; 1970 entstand ihr erstes Videokunstwerk. Stücke wie Tap and Touch Cinema (1968) oder Action Pants: Genital Panic (1969) wurden zu Ikonen der feministischen Kunst – konfrontative, oft beunruhigende Auseinandersetzungen mit dem weiblichen Körper. EXPORT war zudem am Wiener Institut für Direkte Kunst beteiligt und eng mit der radikalen Wiener Aktionismus-Bewegung verbunden.
Ihre Filme, darunter Unsichtbare Gegner (1976) und Die Praxis der Liebe (1985), wurden auf internationalen Festivals gezeigt. 1980 vertrat sie Österreich gemeinsam mit Maria Lassnig auf der Biennale von Venedig. Fast drei Jahrzehnte später kehrte sie 2009 als österreichische Kommissarin der Biennale zurück.
Mit EXPORTs Tod endet eine Karriere, die feministische und Performance-Kunst nachhaltig veränderte. Ihr Werk bleibt weltweit ausgestellt und erforscht – ein Vermächtnis als furchtlose Innovatorin. Sie hinterlässt ein Œuvre, das weiterhin Debatten anregt und neue Generationen inspiriert.






