Streik in Sachsen-Anhalt: Bonback-Beschäftigte kämpfen für Lohngleichheit zwischen Ost und West
Greta JockelStreik in Sachsen-Anhalt: Bonback-Beschäftigte kämpfen für Lohngleichheit zwischen Ost und West
Beschäftigte bei Bonback in Sachsen-Anhalt streiken für gleiche Bezahlung in Ost und West
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat zu Arbeitsniederlegungen am 1. und 2. Oktober im Bonback-Werk im Star Park Halle Queis aufgerufen. Betroffen ist auch der Getränkehersteller MEG in Weißenfels, der zur Schwarz-Gruppe gehört – hier soll drei Tage lang gestreikt werden. Bonback, ursprünglich unter dem Namen ARTIback bekannt, wurde vor zwei Jahren von der Schwarz-Gruppe übernommen und später umbenannt. Doch trotz des Eigentümerwechsels bestehen weiterhin eklatante Lohnunterschiede zwischen Ost und West.
Laut NGG klaffen die Gehälter in der Lebensmittelbranche Sachsen-Anhalts weit auseinander: Monatlich verdienen manche Beschäftigte nur rund 900 Euro, andere bis zu 2.274 Euro weniger als ihre Kollegen in Westdeutschland. Die Tarifangebote für die Jahre 2026 bis 2029 – zwischen 2 und 2,8 Prozent – bezeichnet die Gewerkschaft als unzureichend. Zwar stiegen die Reallöhne bundesweit zwischen 2010 und 2023 um 5,6 Prozent, doch Sachsen-Anhalt bleibt mit einem medianen Bruttomonatsverdienst von 3.353 Euro im Jahr 2024 am unteren Ende der Skala.
Unter dem Motto "Reißt die Lohnmauer ein" hat die NGG weitere Streiks angekündigt. Ein Sprecher betonte: "Wir weigern uns, die Billiglohnregion des Ostens zu bleiben." Die Gewerkschaft fordert eine Angleichung der Löhne, um die jahrelange Ungleichheit zu überwinden.
Die Arbeitskämpfe bei Bonback und MEG markieren eine Zuspitzung im Kampf der NGG für Lohngerechtigkeit. Trotz jüngster Lohnerhöhungen verdienen Beschäftigte in Sachsen-Anhalt weiterhin weniger als ihre westdeutschen Kollegen. Mit den Streiks will die Gewerkschaft die Arbeitgeber zum Handeln zwingen – und die seit Jahrzehnten bestehende Lohnlücke endlich schließen.






