Steinbrück und Radtke streiten über den richtigen Umgang mit der AfD
In der deutschen Politik entzündet sich eine Debatte darüber, wie mit dem Aufstieg der rechtspopulistischen AfD umgegangen werden soll. Peer Steinbrück, ehemaliger SPD-Finanzminister, hat einen neuen Ansatz vorgeschlagen, der klare inhaltliche Grenzen für mögliche Gespräche mit der Partei vorsieht. Dennis Radtke vom CDA, dem Arbeitnehmerflügel der CDU, lehnt hingegen jede Form der Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ab.
Steinbrück regte an, in zentralen Politikbereichen „rote Linien“ zu ziehen, um mögliche Gespräche mit der AfD in einen strukturierten Rahmen zu setzen – ohne dabei deren Gesamtprogramm zu billigen. Sein Ziel ist es, klare Grenzen für einen Dialog zu definieren, ohne der Partei damit eine Legitimation zu verleihen.
Radtke wies den Vorschlag entschieden zurück. Als Bundesvorsitzender des CDA argumentierte er, der AfD könne nicht vertraut werden, sich von extremistischen oder prorussischen Positionen zu distanzieren. Auch die Idee, ein „cordon sanitaire“ – eine politische Brandmauer – könnte die AfD schwächen, lehnte er ab. Stattdessen bezeichnete er eine solche Abgrenzung als notwendigen Schutzschild, um die demokratische Mitte vor rechtsextremen Einflüssen zu bewahren.
Für Radtke sind die wirksamsten Waffen gegen Extremismus vielmehr Glaubwürdigkeit und eine enge Verbindung zu den Bürgerinnen und Bürgern. Diese Prinzipien – und nicht Dialog oder Isolation – seien die beste Verteidigung demokratischer Werte, betonte er.
Die Auseinandersetzung zeigt eine klare strategische Spaltung: Während Steinbrück für eine bedingte Gesprächsbereitschaft plädiert, besteht Radtke auf einer kompromisslosen Ablehnung von Verhandlungen. Einig sind sich beide jedoch darin, dass die politische Mitte vor rechtem Einfluss geschützt werden muss.






