12 June 2026, 22:31

"Sabotage": Wie unsichtbare Fäden unser Handeln steuern – eine provokante Performance in Braunschweig

"Eine Hierarchie der Manipulation"

"Sabotage": Wie unsichtbare Fäden unser Handeln steuern – eine provokante Performance in Braunschweig

„Sabotage“: Ein provokantes Stück über Kontrolle und Manipulation feiert Premiere beim „Hammer!“-Festival in Braunschweig

Beim „Hammer!“-Festival in Braunschweig hat jetzt die neue Performance „Sabotage“ von Sara Angius und Johanna Ehlert Premiere gefeiert. Das Stück erkundet mit Hilfe von Puppenspiel und Bühnenaction die Themen Macht, Steuerung und subtile Beeinflussung. Die Aufführung ist Teil des Kulturprogramms im ehemaligen LOT Theater, einem zentralen Ort für unabhängige Künstlerinnen und Künstler in der Stadt.

Die Inszenierung beginnt mit Schauspieler:innen, die Gegenstände, eine Puppe und sich gegenseitig mit sichtbaren Fäden lenken. Im zweiten Akt wird dem Publikum klar, dass alle Bewegungen von unsichtbaren Kräften gesteuert werden, die im Hintergrund an den Fäden ziehen. Auf dem Höhepunkt wirft Angius eine Schere ins Publikum – eine bewusste Provokation, die zum Nachdenken und Handeln anregen soll.

Inspiriert wurde Angius von Platons „Höhlengleichnis“ und modernen Phänomenen wie dem „Like“-System im Internet. Ihre These: Der Mensch trifft nur selten wirklich freie Entscheidungen, denn äußere Einflüsse formen unser Handeln. „Sabotage“ will zeigen, wie allgegenwärtig Manipulation im Alltag ist.

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Das LOT Theater bietet Künstler:innen wie Angius und Ehlert eine unverzichtbare Plattform. Doch städtische Fördergelder für solche Projekte gibt es nur, wenn die Macher:innen sowohl eine Probenbühne als auch einen Aufführungsort sichern können.

Das Festival bleibt ein wichtiger Raum für diskursiv anregende Werke. „Sabotage“ fordert das Publikum auf, die Kräfte zu hinterfragen, die sein eigenes Tun lenken. Ob solche Produktionen gelingen, hängt nicht zuletzt von den Räumen und Ressourcen ab, die unabhängigen Künstler:innen in Braunschweig zur Verfügung stehen.

Quelle