18 June 2026, 12:34

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim nichts mit der Pest zu tun hat

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinderlied 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim nichts mit der Pest zu tun hat

Die Ursprünge des Kinderreims „Ringel, Ringel, Reihe“ werden seit langem diskutiert. Viele glauben, er beziehe sich auf die Große Pest von London im Jahr 1665 – doch die Belege deuten auf einen weitaus harmloseren Ursprung hin. Wahrscheinlich entstand der Reim als ein einfaches Sing- und Bewegungsspiel für Kinder im Deutschland des 18. Jahrhunderts, ohne jede düstere Bedeutung.

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Eine weitverbreitete Theorie verbindet den Reim mit der Pest: Die „Rosen“ sollen demnach Hautausschläge symbolisieren, die „Tüpfel“ (oder „Blümchen“) die Kräuter, die man bei sich trug, um die Krankheit abzuwehren, „Hatschi!“ das Niesen und „wir fallen alle hin“ den Tod. Historiker weisen jedoch darauf hin, dass der Reim erstmals 1881 in England schriftlich dokumentiert wurde – mehr als 200 Jahre nach der Großen Pest. Eine direkte Verbindung erscheint daher unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist, dass der Reim als beschwingtes Kinderspiel begann. Er gehörte zu den sogenannten „Play Parties“, geselligen Zusammenkünften, bei denen Jugendliche sangen und tanzten, um religiöse Verbote von Tanzveranstaltungen zu umgehen. Da es verschiedene Versionen des Textes gibt, gestaltet sich die genaue Herkunftsnachverfolgung zusätzlich schwierig.

Ähnlich wie bei den scheinbar sinnfreien Texten der Beatles wurde auch „Ringel, Ringel, Reihe“ oft eine tiefere Bedeutung unterstellt, die nie beabsichtigt war. Fans und Kritiker neigen dazu, in Zeilen Symbolik zu suchen, wo es schlicht um Unterhaltung ging.

Die früheste bekannte Fassung des Reims tauchte lange nach der Pest auf, mit der er so häufig in Verbindung gebracht wird. Sein eigentlicher Zweck war vermutlich die Belustigung von Kindern und Jugendlichen. Ohne handfeste Belege bleibt die Pest-Theorie spekulativ – und die wahren Ursprünge des Reims weiter offen für Deutungen.

Quelle