17 June 2026, 18:25

RAW-Gelände in Berlin: Kulturprojekte müssen nach gescheiterten Verhandlungen weichen

Investor ruft Frieden ab

RAW-Gelände in Berlin: Kulturprojekte müssen nach gescheiterten Verhandlungen weichen

Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes in Friedrichshain steht erneut infrage. Nach fast elf Jahren Verhandlungen mit dem Bezirk hat die Kurth-Gruppe die Planungen für gescheitert erklärt. Das Areal, ein Zentrum für Clubs wie das Cassiopeia, blickt nun einer ungewissen Zukunft entgegen.

Die Kurth-Gruppe hatte das RAW-Gelände 2015 erworben. Ihre Aufgabe bestand darin, das Gelände wirtschaftlich rentabel zu entwickeln, ohne dabei seine subkulturellen Wurzeln zu zerstören. 2022 schien ein Durchbruch gelungen: Im Gegenzug für einen 100 Meter hohen Büroturm sollte das „kulturelle L“ langfristig gesichert werden. Im Mai 2023 stand eine Einigung scheinbar kurz bevor, doch der Bezirk zögerte, vorzeitige Baugenehmigungen zu erteilen.

In diesem Jahr brach die Kurth-Gruppe die Verhandlungen schließlich ab. Das Unternehmen plant nun stattdessen Wohnungen zu bauen – diese seien profitabler, so die Begründung. Zudem kritisierte es ein Rahmabkommen des Landes Berlin, das ausschließlich die Interessen des Staates berücksichtige und frühere Zusagen ignoriere. Am Samstagabend war das Gelände noch lebendig: Bis 22 Uhr füllten Besucher den Ort.

Florian Falkenhagen, Geschäftsführer des Cassiopeia, erhielt mündlich die Mitteilung, dass der Club bis Ende des Monats räumen muss. Auch andere Projekte auf dem Gelände sollen in den kommenden Wochen ihre Räumlichkeiten verlassen müssen.

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Die langjährigen Verhandlungen um das RAW-Gelände sind gescheitert. Clubs und Kulturprojekte stehen nun vor der Räumung, während der Eigentümer auf Wohnungsbau setzt. Bezirk und Land müssen nun entscheiden, wie es mit dem umstrittenen Areal weitergeht.

Quelle