Oldenburgs neues kulturelles Zentrum will Stadtraum und Gemeinschaft revolutionieren
Theo SchlosserOldenburgs neues kulturelles Zentrum will Stadtraum und Gemeinschaft revolutionieren
Oldenburg präsentiert neues kulturelles Zentrum – ein Ort zum Umdenken von Stadtraum und Gemeinschaft
Oldenburg hat ein neues kulturelles Zentrum enthüllt, das städtischen Raum und das Zusammenleben neu denken soll. Das „Museumsinsel“-Ensemble, zu dem auch ein markantes vierstöckiges Gebäude gehört, lädt Besucher ein, die Vergangenheit und Zukunft der Stadt zu erkunden. Anders als das nahegelegene Fußballstadion will dieses Museum ein entspannter Treffpunkt sein – ein Ort zum Plaudern, Ausruhen oder sogar für ein Nickerchen.
Das Projekt greift zudem ein langjähriges Problem auf: die starke Autodominanz in der Stadt. Ein geplanter Platz vor dem Museum soll die harte Asphaltfläche und den Verkehrslärm mildern, der oft als Oldenburgs „offene Wunde“ bezeichnet wird.
Das neue Museum fällt mit seiner hellgrauen Klinkerfassade ins Auge, ein Entwurf der Architekturbüros GME und JES. Im Inneren verbindet es sich mit dem Horst-Janssen-Museum und zwei historischen Francksen-Villen zu einem harmonischen „Museumsinsel“-Komplex. Die Ausstellungen setzen sich mit großen Fragen auseinander – Was ist eine Stadt? und Wer gestaltet eine Stadt? – und nutzen dabei Oldenburgs eigene Geschichte als Leitfaden.
Besucher können auf vertraute Spuren aus der Stadtgeschichte stoßen, etwa das Neonschild der Metzgerei Monse oder eine Eintrittskarte von einem Nirvana-Konzert. Ein Musikautomat spielt Lieder mit Bezug zu Oldenburg, darunter eine humorvolle Abwandlung der lokalen Hymne Heil dir, o Oldenburg. Im dritten Stock bietet das „Oldenburger Fenster“ Raum, um über die Zukunft der Stadt und die Rolle ihrer Bewohner nachzudenken.
Bürgermeister Jürgen Krogmann räumt ein, dass Oldenburg nach wie vor autozentriert sei, betont aber, dass nachhaltiger Wandel Zeit brauche. Die Eröffnung des Museums markiert dennoch einen Wandel in der Nutzung öffentlicher Räume. Seine entspannte Atmosphäre steht im deutlichen Kontrast zur kommerziellen Energie des benachbarten Fußballstadions.
Auch der Platz vor dem Gebäude ist Teil dieser Transformation. Durch weniger Lärm und Asphalt soll das Areal fußgänger- und fahrradfreundlicher werden.
Mit dem neuen Museum erhält ein zentraler Teil Oldenburgs ein Gesicht – als Ort der Reflexion und Begegnung. Die Ausstellungen und das architektonische Konzept hinterfragen die autodominierte Stadtplanung und feiern gleichzeitig die lokale Geschichte. Mit dem Platz und den neuen Aufenthaltsbereichen legt das Projekt den Grundstein dafür, wie öffentliche Räume in Zukunft gestaltet werden könnten.






