Ökonom Truger zerpflückt Deutschlands "Sparhaushalt" als sozial ungerecht und kurzsichtig
Bodo ZimmerÖkonom Truger zerpflückt Deutschlands "Sparhaushalt" als sozial ungerecht und kurzsichtig
Der Ökonom Achim Truger hat den aktuellen Haushalt Deutschlands scharf als "echtes Sparhaushalt" kritisiert. Seiner Ansicht nach ist die Kernausgabe – ohne Verteidigung und Schuldenzahlungen – real kaum gewachsen. Der Finanzplan gehe an den drängenden Problemen des Landes vorbei, so Truger.
Er wirft dem Haushalt vor, einkommensschwache Familien unverhältnismäßig zu belasten. Besonders die neue Zuckersteuer sowie höhere Abgaben auf Tabak und Alkohol träfen Haushalte mit knappen Finanzen am härtesten. Selbst bei Klimaschutzmaßnahmen, die normalerweise Priorität genießen, seien die Mittel gekürzt worden.
Die Kommunen stünden vor einer "dramatischen Finanzkrise", doch die Bundesregierung ignoriere dies laut Truger. Spielraum für Einkommensteuerreformen oder größere Steuersenkungen sehe er kaum – Städte, Gemeinden und Regionen gerieten dadurch zunehmend unter Druck.
Angesichts der eskalierenden Spannungen im Iran rät Truger Berlin zu schnellem Handeln. Sollte sich der Konflikt zuspitzen, empfiehlt er die Aktivierung der Notfallklausel der Schuldenbremse und die Auflegung eines Konjunkturprogramms. Unklar bleibt, ob die Regierung ihren Haushalt an die wachsenden Risiken anpassen wird.
Die strengen Vorgaben des Haushalts lassen kaum Spielraum für steuerpolitische Maßnahmen oder öffentliche Dienstleistungen. Trugers Warnungen deuten auf mögliche finanzielle Engpässe für Kommunen und sozial schwache Haushalte hin. Eine weitere Zuspitzung der Lage im Iran könnte Deutschland zwingen, seine Wirtschaftspläne grundlegend zu überdenken.






