NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Aufklärung Kriminalität bekämpft
Aurelia AumannNRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Aufklärung Kriminalität bekämpft
Nordrhein-Westfalens Polizei baut ihre Online-Aufklärung massiv aus
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine groß angelegte Offensive gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich der digitalen Aufklärung zu stärken. Im Mittelpunkt der Initiative steht Open Source Intelligence (OSINT) – die systematische Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen. Mit Schulungen, erweiterten Teams und neuen digitalen Streifen will die Behörde politisch motivierte Kriminalität und andere Bedrohungen bekämpfen.
Das Landeskriminalamt (LKA) Düsseldorf hat seine OSINT-Aktivitäten deutlich ausgebaut. Was einst als Zweier-Team begann, ist heute eine Abteilung mit 16 Spezialisten – darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Geleitet wird das Team, das als Abteilung 22.2 firmiert und sich auf politisch motivierte Straftaten konzentriert, von Fabian Coenen.
Das Projekt „Digitale Streife“, das im September 2024 an den Start ging, hat dem LKA zehn zusätzliche Beamte beschert. Fast 100 weitere Polizisten in sechs regionalen Behörden sind ebenfalls eingebunden. Die größte Einheit in diesem Netzwerk leitet Swen Schubert in Köln – sein Team umfasst 18 Stellen, davon 16 für die Fallarbeit.
Ein zentraler Baustein des Ausbaus ist die Ausbildung. Marc Restemeyer, 37 Jahre alt und Ausbilder an der Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss, schult neue LKA-Mitarbeiter und Beamte der Digitalen Streifen in OSINT-Methoden. Die Kurse vermitteln Techniken, um Informationen aus öffentlich zugänglichen Quellen wie sozialen Medien zu gewinnen.
Die 28-jährige Laura Ellrich stieg 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA ein und arbeitet heute in Coenens Team. Ihre Aufgabe besteht in der OSINT-Analyse im Rahmen des übergeordneten Staatsschutzes. Zudem stehen sechs spezialisierte Staatsschutzeinheiten bereit, um bei dringenden Einsätzen mit schnellen OSINT-Unterstützungen zu reagieren.
Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten markiert einen Wandel in der Art und Weise, wie die nordrhein-westfälische Polizei digitale Informationen sammelt und nutzt. Mit größeren Teams, gezielter Ausbildung und strukturierten Patrouillen will die Behörde ihre Fähigkeit verbessern, Online-Bedrohungen zu überwachen und darauf zu reagieren. Die Initiative spiegelt einen größeren Trend wider: die zunehmende Abhängigkeit moderner Strafverfolgungsbehörden von öffentlich verfügbaren Daten.






