14 April 2026, 22:34

Neue Wende im Machtmissbrauch-Streit um Ex-Bild-Chef Julian Reichelt

Cartoon-Courtroom-Szene mit einem zentralen stehenden Mann, sitzenden Figuren, einem Tisch mit Gegenständen rechts und Text unten 'Boney's Trial, Sentence, and Dying Speech Europe's Injuries Revenged'

Neue Wende im Machtmissbrauch-Streit um Ex-Bild-Chef Julian Reichelt

Ein langjähriger Rechtsstreit um Vorwürfe gegen den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt gewinnt erneut an Brisanz. Fast fünf Jahre, nachdem Der Spiegel erstmals über die Anschuldigungen berichtete, kommt die Debatte wieder in Bewegung.

Der Streit begann 2019, als Der Spiegel erste Berichte über Reichelts Verhalten veröffentlichte. Im Februar 2023 strahlte die ARD in der Sendung Reschke Fernsehen eine Dokumentation aus, die ihn mit einem angeblichen Machtmissbrauch bei Bild in Verbindung brachte. Kurz darauf erwirkte Reichelt eine einstweilige Verfügung, die das Programm zwang, zentrale Passagen der Sendung zu zensieren.

Nun kündigt der NDR an, gegen diesen Beschluss vorzugehen und den Fall in ein vollständiges Verfahren zu überführen. Der Sender will die entfernten Teile seines Berichts wiederherstellen und plant, Zeugen zu laden. Darunter ist eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung gedrängt. Eine weitere Anklägerin hatte sich zuvor außergerichtlich mit dem Bild-Verlag Axel Springer geeinigt, ihre Vorwürfe wurden jedoch nie bewiesen.

Reichelt bestreitet seit jeher alle Vorwürfe. Er behauptet, Opfer einer gezielten politischen Kampagne zu sein, und betont, niemanden zu einer Beziehung genötigt zu haben. Doch die anstehenden Anhörungen könnten Axel Springer in eine unangenehme Position bringen, da einige Frauen berichten, nach ihren Aussagen berufliche Konsequenzen erlebt zu haben.

Da Deutschlands Justizsystem in Presserechtsfällen für seine Langsamkeit bekannt ist, könnte eine endgültige Klärung noch lange auf sich warten lassen.

Der Fall geht nun in einen vollständigen Prozess, in dem der NDR versuchen wird, die Zensur seines Berichts aufzuheben. Zeugenaussagen könnten eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob die ursprünglichen Vorwürfe Bestand haben. Reichelt zeigt sich unterdessen unnachgiebig, während die Medienbranche das Verfahren mit Spannung verfolgt.

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