18 June 2026, 20:23

Kölner Oper in Gefahr: Warum ein Chefredakteur gegen Kultur kämpft

Sehr geehrter Moritz Doebler,

Kölner Oper in Gefahr: Warum ein Chefredakteur gegen Kultur kämpft

Der Chefredakteur der Rheinischen Post hat sich gegen den Bau eines neuen Opernhauses in Köln ausgesprochen. Dieselbe Person hatte zuvor eine führende Position bei der Weser-Kurier in Bremen inne, wo der Fokus oft auf Finanzen und Selbstinszenierung lag – statt auf kulturellen Werten.

In seiner aktuellen Funktion führt er die hohen Sanierungskosten der Kölner Oper als Grund an, warum Dortmund seine eigenen Pläne für einen Neubau aufgeben solle. Seine Haltung legt nahe, dass kulturelle Einrichtungen allein nach Kosten bewertet werden sollten, nicht nach ihrer emotionalen oder gesellschaftlichen Bedeutung. Zudem scheint er trendige Restaurants höher zu gewichten als langjährige künstlerische Traditionen.

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Der Autor erinnert an die Zeit in Bremen, als der Chefredakteur Menschen und Institutionen wie austauschbar behandelte. Nun scheint er in Köln denselben Ansatz zu verfolgen. Die Argumentation deutet darauf hin, dass – würden andere Städte diesem Muster folgen – keine Opernhäuser mehr gebaut oder erhalten würden.

Der Autor entgegnet, dass Kultur nicht nur eine Frage von Zahlen sei, sondern darum gehe, Räume zu schaffen, die eine Stadt verbinden und ihre Bewohner inspirieren. Er verweist auf die Düsseldorfer Oper, die 570 Menschen beschäftigt und Musikschulen, Bibliotheken sowie die Bildung von Kindern fördert. Ein Chefredakteur, so seine Argumentation, solle solche Einrichtungen verteidigen – nicht abbauen.

Die Position des Chefredakteurs wirft Fragen über seine Motive auf. Sie könnte den Versuch widerspiegeln, sich mit einem sparsamen Oberbürgermeister zu arrangieren, oder eine grundsätzliche Gleichgültigkeit gegenüber Kultur offenbaren. Wie auch immer – seine Argumentation gefährdet Institutionen, die das städtische Leben bereichern.

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