Kaleb Erdmanns Drama über Klimawandel und gesellschaftlichen Zerfall feiert Uraufführung
Greta JockelKaleb Erdmanns Drama über Klimawandel und gesellschaftlichen Zerfall feiert Uraufführung
Kaleb Erdmanns neues Stück feiert Premiere am Badischen Staatstheater Karlsruhe
In der fiktiven Ortschaft Debritz spielt sich das Drama ab, das sich mit den Themen Klimawandel und gesellschaftlicher Niedergang auseinandersetzt. Die Inszenierung sorgt mit ihrer mutigen Regie und lebendigen Schauspielkunst für Aufsehen.
Debritz, einst ein blühendes Zentrum des Salzabbaus, ist heute eine öde Einöde. Das Dorf kämpft mit missratenen Ernten, der Abwanderung junger Menschen sowie dem Fehlen von Industrie und öffentlichem Nahverkehr – ein drastisches Beispiel für strukturschwache Regionen in Ostdeutschland.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Peggy und Maik, verkörpert von Rebecca Seidel und Jannik Süsselbeck, als einzige voll ausgearbeitete Figuren. Ihr Weg gipfelt in einem explosiven Finale, in dem sie die Siedlung in die Luft jagen – eine Mischung aus Farce, Absurdität und Slapstick. Regisseurin Brit Bartkowiaks experimenteller Ansatz und die Energie des Ensembles wurden gelobt, da sie der Geschichte lebendige Präsenz verleihen.
Kritik gab es jedoch am Drehbuch, das Klischees überzeichnet und es an emotionaler Tiefe fehlen lässt. Trotz dieser Schwächen berühren die bildhaften Szenen und Themen aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. Der letzte Akt deutet eine postapokalyptische Zukunft an und fordert das Publikum auf, sich den gegenwärtigen Problemen zu stellen.
Das Stück thematisiert die Folgen des Klimawandels und der regionalen Vernachlässigung. Seine Uraufführung in Karlsruhe bereichert das Spielplan des Theaters um ein bemerkenswertes Werk. Die Verbindung aus Humor und ernsthaften Themen hinterlässt beim Publikum einen nachhaltigen Eindruck.
