Industrie-Krise in Deutschland: Auftragseinbruch trifft härter als die Finanzkrise 2008
Greta JockelIndustrie-Krise in Deutschland: Auftragseinbruch trifft härter als die Finanzkrise 2008
Deutschlands Industrie steckt in einer schweren Krise: Auftragseinbruch übertrifft die Erwartungen
Die deutsche Industrie erlebt einen drastischen Einbruch, wobei die Auftragseingänge weit stärker zurückgehen als befürchtet. Allein im April brachen die Neugeschäfte im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent ein. Branchenvertreter warnen, dass der aktuelle Abschwung die Folgen der Finanzkrise 2008 oder der Pandemie-Rezession noch übertreffen könnte.
Besonders betroffen sind Schlüsselsektoren: Die Automobilhersteller verzeichneten einen Rückgang der Neuaufträge um 5,3 Prozent, während die Hersteller von Elektrogeräten einen Einbruch von 16,3 Prozent hinnehmen mussten. Auch der Maschinenbau leidet – hier sank die Nachfrage um 7,4 Prozent.
Die Auslandsaufträge gingen um 4,2 Prozent zurück, doch die größten Verluste verzeichnete die Eurozone, wo die Nachfrage um 11,1 Prozent einbrach. Selbst der Inlandsmarkt blieb nicht verschont: Hier sanken die Bestellungen um 2,9 Prozent.
Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang von 2 Prozent gerechnet – die tatsächlichen Zahlen lagen fast doppelt so hoch. Die anhaltende Schwäche in der Auto- und Maschinenbaubranche verschärft die Lage zusätzlich. Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, beschrieb die Stimmung unter den Mitgliedsunternehmen als „katastrophal“.
Die Folgen sind bereits spürbar: Jeden Monat gehen rund 10.000 Industriearbeitsplätze verloren, insgesamt sind seit 2019 bereits 300.000 Stellen abgebaut worden. Die deutsche Wirtschaft stagniert seit fünf Jahren – die Sorge vor einer lang anhaltenden Rezession wächst.
Die jüngsten Zahlen bestätigen eine verschärfte Wirtschaftskrise in der deutschen Industrie. Da die Aufträge schneller schrumpfen als erwartet und die Entlassungen zunehmen, zeigt der Abschwung keine Anzeichen einer Besserung. Experten befürchten nun, dass die Auswirkungen die früheren großen Rezessionen noch übertreffen könnten.






