05 June 2026, 16:18

Hünfeld ehrt jahrelanges Engagement – doch die Politik verliert an Rückhalt

Freiwilligendienst für Hünfeld - Parlamentsabend im Rathaus

Hünfeld ehrt jahrelanges Engagement – doch die Politik verliert an Rückhalt

Hünfelds politische Führungskräfte versammelten sich im Kolpinghaus, um das Ende der Wahlperiode 2021–2026 zu würdigen. Bei dem Abendstand wurden lokale Ehrenamtliche geehrt – mit Auszeichnungen für langjähriges Engagement und einem Appell, das oft übersehene politische Wirken stärker wahrzunehmen.

Bürgermeister Benjamin Tschesnok und Stadtratsvorsitzender Jürgen Bohl führten durch die Veranstaltung, die Dankbarkeit mit Reflexionen über den Wandel im bürgerlichen Engagement verband.

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Ein parlamentarischer Abend für unermüdlichen Einsatz Die Feier ehrte scheidende Mitglieder des Magistrats, Stadträte sowie Vertreter von Beiräten für ihre jahrelange unentgeltliche Arbeit. Besonders gewürdigt wurden Karin Grosch, Udo Tischler, Reiner Wenzel, Uwe Walter und Michael Vogt, die mit der Ehrennadel der Stadt Hünfeld ausgezeichnet wurden. Ihr Wirken umfasste jahrzehntelange Mitgestaltung lokaler Entscheidungen und die Unterstützung der Gemeinschaft.

Zudem wurden neue Ehrentitel verliehen: Alexander Gradl, Pia Biedenbach und Annette Trapp übernahmen die Leitung ihrer Ortsbezirke, während Ingrid Braun zur Stadtältesten ernannt wurde. Die Stadtkapelle Hünfeld und das Duo Zweiklang umrahmten den Abend musikalisch und verhalfen der Veranstaltung zu einem festlichen Charakter.

Kritik an wachsender Ablehnung politischer Verantwortung Bohl nutzte die Gelegenheit, um auf eine besorgniserregende Entwicklung hinzuweisen: Notwendige politische Entscheidungen würden zunehmend als „Schikane“ abgetan oder böswilligen Motiven zugeschrieben. Eine Kultur der Kritik, so Bohl, verdränge zunehmend den konstruktiven Austausch – individuelle Interessen überlagerten das gemeinsame Engagement. Dennoch dankte er den Ehrenamtlichen für ihr Durchhaltevermögen in einem immer anspruchsvolleren Umfeld.

Tschesnok unterstrich diese Botschaft und rief die Anwesenden auf, ihr bürgerliches Wirken wertzuschätzen. Jede investierte Minute, betonte er, stärke direkt die Gemeinschaft – selbst wenn Anerkennung oft ausbleibe.

Abschied und Aufruf zum weiteren Engagement Der Abend endete mit einer erneuten Betonung der Bedeutung lokaler Politik. Auszeichnungen und Reden hoben die Hingabe Hünfelds Ehrenamtlicher hervor, von denen viele künftig in neuen Funktionen weiterwirken werden. Die Veranstaltung war zugleich ein Abschied und eine Mahnung: Bürgerliches Engagement bleibt unverzichtbar.

Quelle