Hessens Autoindustrie 2025: Elektroboom trotz sinkender Umsätze und Gewinne
Greta JockelHessens Autoindustrie 2025: Elektroboom trotz sinkender Umsätze und Gewinne
Hessens Automobilindustrie verzeichnete 2025 gemischte Ergebnisse. Während die Gesamtumsätze zurückgingen und die Gewinnmargen schrumpften, verzeichneten die Verkäufe von Elektrofahrzeugen einen deutlichen Aufschwung, und die Ladeinfrastruktur wurde weiter ausgebaut. Zudem gab es Zuwächse bei den Serviceumsätzen und den Ausbildungsverträgen.
Der Umsatz der Branche in Hessen sank leicht auf 29,1 Milliarden Euro – ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die Gewinnmarge fiel von 1,6 auf 1,1 Prozent. Die Neuzulassungen von Personenkraftwagen gingen um 4 Prozent auf 322.461 Fahrzeuge zurück, während die Halterwechsel bei Gebrauchtwagen auf 503.091 sanken.
Dagegen legten die Verkäufe von Elektrofahrzeugen kräftig zu: Die Nachfrage nach rein batteriebetriebenen Autos stieg um 47,6 Prozent, der Absatz von Plug-in-Hybriden kletterte um 35,6 Prozent. Auch die Ladeinfrastruktur wuchs: So entstanden bis Mai 2025 in Wiesbaden 27 neue Ladestationen für Busse, und bis Oktober 2024 wurden in Frankfurt 10 Schnellladestationen in Betrieb genommen. Bundesweit gab es bis Oktober 2025 bereits 135.691 Normalladestationen und 44.247 Schnellladesäulen. Weitere Ausbaumaßnahmen umfassten Projekte wie die Arbeiten von VINCI in Wiesbaden, das von der EU geförderte GREENVOLT-Projekt von Fraport (322 neue Ladepunkte am Frankfurter Flughafen bis 2027) sowie Modernisierungen durch Westenergie und Compleo.
Im Servicesektor stiegen die Umsätze um 5,2 Prozent auf 2,67 Milliarden Euro, wobei die durchschnittlichen Wartungskosten bei 542 Euro lagen. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in Kraftfahrzeugmechatronik erhöhte sich leicht auf 1.842. Der Durchschnittspreis für Neuwagen betrug 44.780 Euro, während Gebrauchtwagen im Schnitt für 18.560 Euro den Besitzer wechselten.
Fazit: Der hessische Automarkt zeigte 2025 klare Verschiebungen. Während die Elektromobilität an Fahrt aufnahm und das Ladenetz weiter ausgebaut wurde, gingen klassische Fahrzeugverkäufe und Gewinne zurück. Stabilisierend wirkten sich hingegen die Serviceumsätze und die Zahl der Ausbildungsplätze aus – ein Zeichen für den Wandel in der Branche.






