02 April 2026, 16:37

Hessen diskutiert dringende Reformen zur Rettung der Apothekenfinanzierung

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und einem Logo mit der Aufschrift "19 Millionen Amerikaner werden geschätzt 400 Dollar pro Jahr an Arzneikosten sparen".

Hessen diskutiert dringende Reformen zur Rettung der Apothekenfinanzierung

Spitzentreffen in Hessen zu wachsender Sorge um Apothekenfinanzierung

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In Hessen fand ein hochrangiges Treffen statt, um die zunehmenden Sorgen über die Finanzierung von Apotheken zu erörtern. Staatssekretärin Dr. Sonja Optendrenk vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration besuchte das Verteilzentrum des Pharmagroßhändlers Noweda, um sich mit Vorstandsvorsitzendem Dr. Michael Kuck auszutauschen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die finanziellen Belastungen der Apotheken sowie die dringende Notwendigkeit von Reformen, um faire Wettbewerbsbedingungen und eine stabile Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Das Treffen erfolgt vor dem Hintergrund eskalierender Spannungen um die Vergütung von Apotheken seit Inkrafttreten des Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG). Apotheker protestieren gegen seit Jahren stagnierende Gebühren und stark gestiegene Kosten – unter anderem mit einem bundesweiten Warnstreik am 23. März 2026. Zu den zentralen Forderungen gehört die Erhöhung der Festbetragsvergütung pro Rezept von derzeit 8,35 Euro auf 9,50 Euro – eine Zusage, die seit 2013 aussteht – sowie eine dynamische Anpassung der Zahlungen an Inflation und Lohnsteigerungen, etwa im Zuge der Erhöhung des Mindestlohns auf 13,90 Euro und 14,60 Euro.

Optendrenk betonte die unverzichtbare Rolle der Apotheken, insbesondere in ländlichen Regionen, wo sie oft die erste Anlaufstelle für medizinische Beratung sind. Zuverlässige Finanzierung sei entscheidend, um die lokale Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten und den Zugang zu Medikamenten zu sichern. Hessen habe im Bundesrat bereits Pläne für eine "Apotheke ohne Apotheker" abgelehnt und setze sich stattdessen für eine fairere Vergütung ein.

Kuck unterstützte diese Position und wies darauf hin, dass Apotheken und Großhändler strengeren Auflagen unterlägen als Versandapotheken und Drogerien. Diese Ungleichbehandlung müsse beendet werden, warnte er. Ohne finanzielle Entlastung – etwa durch höhere Festbeträge – könnten lokale Apotheken zunehmend Schwierigkeiten bekommen, die Bedürfnisse der Patienten zu erfüllen. Beide Seiten waren sich einig, dass die wirtschaftliche Stabilität der Apotheken grundlegend für ein funktionierendes Gesundheitssystem ist.

Die Diskussionen in Hessen spiegeln die bundesweiten Forderungen nach Reformen im Apothekensektor wider. Angesichts steigender Betriebskosten und uneingelöster Finanzzusagen kämpfen Apotheken weiterhin für höhere Vergütungen und fairere Wettbewerbsregeln. Die Ergebnisse dieser Gespräche könnten die künftige Ausgestaltung der Apothekenvergütung und der Gesundheitsversorgung maßgeblich prägen.

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