Hamburger Kinder- und Jugendhilfe droht das Aus – Finanznot gefährdet 44 Projekte
Bodo ZimmerHamburger Kinder- und Jugendhilfe droht das Aus – Finanznot gefährdet 44 Projekte
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) in Hamburg steht vor der Schließung – Grund ist eine prekäre finanzielle Lage. Zudem droht die Behörde für Schule und Berufsbildung der Stadt, auch das Jugendombudsbüro OHA! Anwaltschaft für Kinder- und Jugendrechte abzubauen, das 2017 eingerichtet wurde.
Der VKJH beschäftigt derzeit 90 fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und arbeitet mit 150 freien Kräften zusammen. Trotz dieser Größe kämpft die Organisation damit, ihre Zentrale zu finanzieren, und benötigt jährlich zusätzliche 120.000 Euro, um eine Geschäftsführung sowie eine administrative Stelle zu besetzen. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, könnte der Verband seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die lokalen Bezirke übertragen müssen.
Die Stadt plant, die bestehende Jugendombudsstelle mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen. Dies würde eine Neuausschreibung erfordern. Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat jedoch Bedenken geäußert und argumentiert, dass eine solche Ausschreibung rechtlich nicht notwendig sei. Stattdessen schlägt es vor, das bestehende Büro um den Bereich der Kitas zu erweitern.
Seit seiner Gründung führt das OHA!-Büro jährlich rund 300 Beratungen durch. Zudem hat es sich durch die öffentliche Thematisierung zentraler Fragen der Jugendhilfe als wichtige Stimme in diesem Bereich etabliert.
Die Zukunft des VKJH bleibt ungewiss, solange die Finanzierungslücken bestehen. Sollte die Stadt ihre Pläne umsetzen, könnte sich die Rolle der Jugendombudsstelle grundlegend ändern. Die Entscheidung wird von den Verhandlungen bis zur Frist Ende Juni abhängen.






