Halles Poller-Streit: Sicherheit oder Überreaktion während der WM?
Halle (Saale) hat entlang der Kleinen Ulrichstraße temporäre Absperrungen installiert, um während der FIFA-Weltmeisterschaft den Autoverkehr einzuschränken. Die Stadt will damit rücksichtsloses Fahren verhindern und Fußballfans schützen. Doch lokale Unternehmen zeigen sich verärgert und bezeichnen die Maßnahmen als übertrieben und unnötig.
Bei den Absperrungen handelt es sich um versenkbare Poller, die abends und nachts hochgefahren werden können. Sie wurden ohne vorherige Absprache mit den zwölf betroffenen Betrieben aufgestellt, darunter das Café Roter Horizont, die Haley Bar und das Connoisseur. Die Inhaber fühlen sich von der Entscheidung übergangen.
Da die meisten Lokale in der Straße die WM-Spiele gar nicht übertragen, argumentieren die Geschäftsleute, es gebe keine Menschenmengen, die es zu schützen gelte. Sie bezeichnen die Poller als „militärisch“ anmutend und befürchten, sie würden das fußgängerfreundliche Flair der Gegend zerstören. Stattdessen schlagen sie gezielte Polizeistreifen an belebten Abenden vor, um die Verkehrsregeln durchzusetzen.
Einige weisen zudem darauf hin, dass die Einnahmen aus Bußgeldern für Verkehrsverstöße die Kosten für den Polizeieinsatz decken könnten. Die Stadt jedoch besteht darauf, dass die Absperrungen eine notwendige Sicherheitsvorkehrung gegen gefährliche Fahrmanöver seien.
Die Poller sind nun entlang der Kleinen Ulrichstraße installiert. Die Unternehmen lehnen die Maßnahmen weiterhin ab und plädieren für alternative Lösungen. Der Streit zeigt, wie unterschiedlich die Vorstellungen darüber sind, wie sich Sicherheit und das gewohnte Straßenbild am besten in Einklang bringen lassen.






