Halles Jugend ehrt 155 jüdische Opfer mit bewegender Gedenktafel in Sobibor
Bodo ZimmerHalles Jugend ehrt 155 jüdische Opfer mit bewegender Gedenktafel in Sobibor
Gedenktafel ehrt 155 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Halle
Eine neue Gedenktafel wird an 155 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Halle erinnern, die in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet wurden. Die von Jugendlichen der Stadt getragene Initiative hat durch Altmetallsammlungen und Spenden die Mittel für das Mahnmal aufgebracht.
Das Design der Tafel, gestaltet vom Comic-Künstler Nils Oskamp, zeigt zwei Hände, die zueinander greifen – ein Symbol für Verlust und zugleich für Widerstandskraft.
Das Projekt entstand im Rahmen des "Tagebuchs der Gefühle", einem Bildungsprogramm, das Jugendliche mit der Geschichte der Shoah vertraut macht. Die Teilnehmer setzten sich mit dem Leben jüdischer Familien aus Halle auseinander und hielten ihre Gedanken und Fragen in persönlichen Tagebucheinträgen fest. Unter der Leitung des Projektverantwortlichen Andreas Dose organisierte die Gruppe monatelang Sammelaktionen, um die benötigten Gelder zusammenzutragen.
Die künstlerische Gestaltung der Tafel ist von tiefer Symbolik geprägt: Eine größere Hand steht für die Familien – wie die Baers und die Sachs –, die einander bis zuletzt Halt gaben. Daneben verweist eine kleinere Hand auf die 16 Monate alte Chana Baer, das jüngste bekannte Opfer aus Halle, und verkörpert so eine jäh zerstörte Zukunft.
Gefertigt von einem ortsansässigen Steinmetz, wird die Gedenktafel am ehemaligen Lagergelände von Sobibor angebracht. Die jungen Aktivisten planen zudem für Juni 2026 einen Besuch vor Ort, um die fertige Tafel zu sehen und sich näher mit der Geschichte des Lagers zu beschäftigen.
Die Gedenktafel wird als dauerhafte Ehrung für die 155 Opfer aus Halle stehen. Ihre Geschichten, bewahrt durch das Engagement der Jugendlichen der Stadt, finden nun an dem Ort, an dem sie ihr Leben verloren, einen sichtbaren Niederschlag. Das Projekt sorgt dafür, dass sowohl das Andenken an die Opfer als auch das Engagement der jungen Generation für die Erinnerungskultur fortbestehen.






