13 June 2026, 12:21

Gewalt gegen Obdachlose erreicht 2023 traurigen Rekord mit 2.563 Straftaten

Anzahl von Straftaten gegen Obdachlose steigt deutlich

Gewalt gegen Obdachlose erreicht 2023 traurigen Rekord mit 2.563 Straftaten

Gewalt gegen obdachlose Menschen in Deutschland hat dramatisch zugenommen. 2023 stiegen die erfassten Straftaten um fast 17 Prozent auf 2.563 Fälle an. Eine Bundestagsabgeordnete bezeichnete diesen Trend als beispiellose Zuspitzung der Gewalt.

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Die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg der Angriffe in ganz Deutschland. Berlin verzeichnete mit 592 Fällen die höchste Zahl, gefolgt von Bayern mit 492 und Nordrhein-Westfalen mit 310 Fällen. Neun obdachlose Menschen wurden 2023 bundesweit bei gewalttätigen Übergriffen getötet.

Die meisten Opfer waren Männer: Über 2.000 der erfassten Fälle betrafen obdachlose Männer, rund 500 Frauen. Doch die tatsächliche Zahl der Straftaten dürfte weit höher liegen, da viele Vorfälle nicht angezeigt werden und die Erfassungsmethoden ungenau sind.

Die Aufklärungsquote bei diesen Verbrechen bleibt gering. Während die allgemeine Aufklärungsquote für Straftaten in Deutschland bei 77,5 Prozent liegt, wurden 2023 nur 66,5 Prozent der Gewaltverbrechen gegen obdachlose Menschen aufgeklärt.

Die Daten verdeutlichen ein wachsendes Problem: Viele Taten werden nicht gemeldet, und die Aufklärungsrate ist niedrig. Sahra Mirow, Abgeordnete der Linken, betonte, dass die erfassten Zahlen vermutlich nur einen Bruchteil der realen Gewalt widerspiegeln. Die Kluft zwischen angezeigten Fällen und aufgeklärten Straftaten unterstreicht die Herausforderungen bei der Bekämpfung dieser Verbrechen.

Quelle