05 June 2026, 10:19

Geheime DDR-Anlage "Ostervilm" für 60.000 Euro versteigert – doch was passiert jetzt?

Eins, Zwei, Drei - Insel verkauft!

Geheime DDR-Anlage "Ostervilm" für 60.000 Euro versteigert – doch was passiert jetzt?

Versteigerung einer verlassenen Militäranlage: „Ostervilm“ wechselt für 60.000 Euro den Besitzer

Eine verlassene Militäranlage mit dem Namen Ostervilm ist für 60.000 Euro unter den Hammer gekommen. Das ungewöhnliche Bauwerk steht auf Pfählen im Ostseebereich der Greifswalder Bodden, unweit der Insel Vilm. Noch bis vor kurzem war das Gelände ein gesperrtes Areal mit einer bewegten Vergangenheit, eng verbunden mit der Volksmarine der DDR.

Ostervilm diente einst als geheimnisvolle Außenstelle der ostdeutschen Marine. Hier wurden Schiffe entmagnetisiert, um sie vor magnetischen Minen zu schützen – ein Verfahren, das bis 1989 betrieben wurde. Vergleichbare Einrichtungen gibt es heute noch bei der Deutschen Marine in Kiel und Wilhelmshaven.

Die Konstruktion ruht auf 600 hölzernen Pfählen, die in zehn Meter tiefem Wasser verankert sind. Ihr Gerüst besteht aus Beton, Eisenplatten und Holzbohlen und verleiht dem Bauwerk ein robustes, industrielles Erscheinungsbild. Trotz der stabilen Bauweise gibt es jedoch weder einen rechtlichen Zugang noch eine Infrastruktur – eine Nutzung ist daher ausgeschlossen.

Ein Bebauungsplan wäre nötig, um eine Baugenehmigung zu erhalten, doch die exponierte Lage macht eine Genehmigung unwahrscheinlich. Der neue Eigentümer, der die Anlage am 4. Juni für 60.000 Euro ersteigerte, sieht sich strengen Auflagen gegenüber: Sondernutzungen oder Baumaßnahmen sind nicht erlaubt, die Zukunft des Objekts bleibt ungewiss.

Der Verkauf von Ostervilm markiert ein weiteres Kapitel für dieses abgelegene Militärrelikt. Ohne rechtlichen Zugang oder Baurechte bleibt seine praktische Nutzung unklar. Die Anlage steht nun als Kuriosität da – eine künstliche Insel, in der Zeit erstarrt.

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