07 April 2026, 08:35

GDL-Chef Reißen nennt Deutsche Bahn eine "Geldwäschemaschine" – und lobt trotzdem Pallas Reformen

Alte Ansichtskarte zeigt den Bahnhof Germersheim in Deutschland mit einem Gebäude, Menschen, Fahrzeugen, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

GDL-Chef Reißen nennt Deutsche Bahn eine "Geldwäschemaschine" – und lobt trotzdem Pallas Reformen

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat die Deutsche Bahn (DB) wegen ihrer undurchsichtigen Finanzstrukturen scharf kritisiert. Er bezeichnete das System als eine "Geldwäschemaschine", die Ausgaben verschleiere und öffentliche Gelder verschlinge. Gleichzeitig unterstützte er die jüngsten Reformen von Vorstandschefin Evelyn Palla, darunter drastische Kürzungen in der Führungsetage.

Reißen warf der Bahn vor, Hunderte von Tochtergesellschaften gegründet zu haben, um Finanzströme zu verschleiern und Steuergelder abzusichern. Die Zahl dieser Beteiligungen habe zeitweise über 1.000 betragen, sei aber mittlerweile auf knapp unter 600 gesunken. Der Gewerkschaftschef kritisierte zudem, dass das Unternehmen interne Leistungen untereinander in Rechnung stelle – ein ineffizientes und intransparentes Verfahren.

Trotz seiner harschen Kritik an den Finanzpraktiken der DB sprach sich Reißen für Pallas Umstrukturierungsmaßnahmen aus. Er lobte insbesondere ihre Entscheidung, die Führungsebene zu halbieren und prominente Köpfe wie Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie Finanzvorständin Karin Dohm zu entfernen. Allerdings zeigte er sich verärgert, dass Dohm überhaupt eingestellt worden war – er halte sie für unqualifiziert und warnte, ihre Berufung werde die Steuerzahler zusätzlich belasten.

Reißen forderte Palla auf, statt leerer Versprechungen endlich Taten folgen zu lassen. Sie solle mit kleinen, konkreten Schritten beginnen, um den Betrieb und die Produktivität zu verbessern – vor allem im Fernverkehr. Positiv hob er hervor, dass sie Verantwortung delege und sich intensiv mit internen Abläufen beschäftige.

Die Äußerungen Reißens unterstreichen die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der finanziellen Transparenz und der Führungsentscheidungen bei der DB. Seine Unterstützung für Pallas Reformen deutet auf mögliche Veränderungen hin, doch besteht er auf mehr praktische Maßnahmen. Die Kritik an Dohms Einstellung erhöht zudem den Druck auf das Unternehmen, seine Personalentscheidungen zu rechtfertigen.

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