19 June 2026, 16:26

Europas Tech-Souveränität scheitert an fehlender Open-Source-Hardware-Strategie

Ohne Open-Source-Hardware gibt es keine EU-Tech-Souveränität

Europas Tech-Souveränität scheitert an fehlender Open-Source-Hardware-Strategie

Die EU hat ihr Technologische-Souveränitäts-Paket vorgestellt, mit dem Europa seine Abhängigkeit von externer Technologie verringern soll. Doch der Plan vernachlässigt weitgehend Open-Source-Hardware – obwohl diese eine entscheidende Rolle für wahre technologische Unabhängigkeit spielt. Die Auslassung wirft Fragen auf, ob der Kontinent seine digitale Zukunft auf grundlegender Ebene sichern kann.

Aktuell gibt es in Europa kein einheimisches Unternehmen, das in der Lage wäre, die Hochleistungs-Server zu entwickeln und herzustellen, die die Rechenzentren des Kontinents antreiben. Der Chips Act 2.0 und die Bestimmungen zur „Open EU Foundry“ gehen zwar einige Produktionsabhängigkeiten an, verzichten aber auf eine Strategie für Open-Source-Hardware. Experten betonen, dass es sich dabei nicht um ein Nischenthema handelt, sondern um eine Voraussetzung, damit Softwaresouveränität physisch greifbar wird.

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Das Paket behandelt Offenheit auf der physischen Ebene als nachrangig. Bereiche wie Robotik, Edge Computing, Netzwerk-Hardware oder wissenschaftliche Messgeräte finden kaum Beachtung. Die Risiken sind hier größer, denn Abhängigkeiten bei Hardware lassen sich weit schwerer überwinden als bei Software. Dennoch existieren tragfähige Lösungen – etwa RISC-V, eine Open-Source-Befehlssatzarchitektur, oder Open-Source-EDA-Tools, die europäische Kompetenzen stärken könnten.

Ein zentrales Hindernis bleibt der Fachkräftemangel. In der EU fehlen über 100.000 Spezialisten für Chipdesign und EDA, doch die im Paket vorgesehenen Maßnahmen zur Qualifizierung decken diese Lücke nicht ausreichend ab. Befürworter schlagen vor, das Prinzip „Öffentliches Geld, öffentlicher Code“ auf Hardware auszuweiten. Demzufolge müssten mit öffentlichen Mitteln entwickelte Designs offen zugänglich gemacht werden – für Transparenz, Prüfbarkeit sowie die Freiheit, sie anzupassen und weiterzuentwickeln.

Das Technologische-Souveränitäts-Paket der EU lässt Open-Source-Hardware außen vor. Solange diese Lücke nicht geschlossen wird, riskiert Europa, bei kritischer physischer Technologie weiterhin von externen Anbietern abhängig zu bleiben. Die von Open-Source-Hardware gebotene Transparenz und Anpassungsfähigkeit könnten einen Weg nach vorn weisen – vorausgesetzt, sie wird in künftigen Politiken priorisiert.

Quelle