17 June 2026, 19:41

Europas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: EU-Emissionshandel gefährdet Wettbewerbsfähigkeit

Energieintensive Unternehmen fordern Reduzierung des EU-Handels mit CO2

Europas Industrie warnt vor CO₂-Kosten: EU-Emissionshandel gefährdet Wettbewerbsfähigkeit

Über 30 große europäische Industrieunternehmen haben dringendes Handeln im Rahmen des EU-Emissionshandels gefordert. In einem Schreiben an den Ratspräsidenten der EU, António Costa, und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides warnten sie vor steigenden Kosten und Schäden für den europäischen Industriestandort. Zu den Unterzeichnern zählen Branchengrößen wie ArcelorMittal, BP und BASF.

Die Unternehmen argumentieren, das aktuelle System entspreche nicht mehr den globalen Realitäten. Europa handle allein, indem es seine Industrien mit rasant steigenden CO₂-Kosten belaste. Zudem fehle es an notwendiger Infrastruktur für Strom, Wasserstoff und CO₂-Transport – ein Hindernis für die industrielle Transformation.

Nach EU-Vorgaben müssen Industrieanlagen Verschmutzungsrechte erwerben, um Treibhausgase ausstoßen zu dürfen. Die kostenlose Zuteilung dieser Zertifikate wurde im Rahmen des „Fit for 55“-Klimapakets schrittweise abgebaut. Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) für kohlenstoffintensive Importe ein. Ausnahmen gelten für Länder mit eigenem Emissionshandelssystem.

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Die Hersteller fordern nun sofortige Maßnahmen, um weitere Kostenerhöhungen zu stoppen und zusätzliche Schäden für die europäische Industrie zu verhindern. In ihrem Schreiben betonen sie den Bedarf an besserer Infrastruktur und einem ausgewogeneren Ansatz bei der Regulierung von Emissionen. Die aktuellen EU-Politik berge das Risiko, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu untergraben – und das ohne globale Zusammenarbeit.

Quelle