EU-Kerosinwende: Warum Airlines gegen nachhaltige Flugtreibstoffe kämpfen
Aurelia AumannEU-Kerosinwende: Warum Airlines gegen nachhaltige Flugtreibstoffe kämpfen
EU-Pläne für nachhaltigen Flugtreibstoff stoßen auf Widerstand der Airlines
Die Bestrebungen der Europäischen Union, nachhaltige Flugkraftstoffe durchzusetzen, treffen auf Widerstand der Fluggesellschaften. Branchenverbände warnen, dass strenge neue Vorschriften die Versorgung belasten und die Kosten in die Höhe treiben könnten. Die Regulierungsbehörden hingegen betonen, dass die Ziele machbar – und notwendig – seien.
Ab 2025 müssen laut EU-Vorgaben 2 Prozent des Treibstoffs an Regionalflughäfen aus nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF) bestehen, bis 2030 soll dieser Anteil auf 6 Prozent steigen. Noch ambitionierter ist ein Unterziel: Ab 2030 müssen 1,2 Prozent des Gesamtbedarfs aus synthetischem E-Kerosin (eSAF) stammen, bis 2035 sind es sogar 5 Prozent. Die Vereinigung Airlines for Europe (A4E) fordert eine Lockerung dieser Vorgaben und argumentiert, dass Lieferengpässe und hohe Preise die Einhaltung erschweren.
Die tatsächliche Entwicklung erzählt jedoch eine andere Geschichte. 2024 stieg der Anteil nachhaltiger Flugkraftstoffe in Europa auf 2 Prozent – nach nur 0,6 Prozent im Vorjahr. Ein hochrangiger EU-Vertreter bestätigte, dass die 2-Prozent-Marke für 2025 voraussichtlich bereits vorzeitig erreicht wurde.
Florian Guillermet, Direktor der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), bleibt unnachgiebig. Die Vorgaben stünden fest, und es gebe keinen Grund für Anpassungen, so seine klare Haltung. Ein EU-Offizieller unterstützte diese Position und verwies auf frühere Erfolge als Beleg dafür, dass die Beibehaltung des Plans funktioniert.
Die Europäische Kommission schließt eine Rücknahme der eSAF-Pflicht aus. Stattdessen will sie nachhaltige Kraftstoffe bezahlbarer und leichter verfügbar machen. Die Airlines müssen sich anpassen – denn die Ziele bleiben vorerst in Kraft.






