02 April 2026, 14:29

Digitale Gewalt gegen Jugendliche: Jedes zweite Kind ist bereits betroffen

Karte von Australien, die den Prozentsatz von Minderjährigen in jedem Bundesstaat hervorhebt und von rotem Schattieren begleitet ist, zusammen mit dem Text "Minderjährige können in die Sexstraftäterliste aufgenommen werden, wenn sie einvernehmlichen Sex haben" unten.

Digitale Gewalt gegen Jugendliche: Jedes zweite Kind ist bereits betroffen

Digitale sexualisierte Gewalt betrifft immer mehr junge Menschen in Deutschland

Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast jedes zweite Kind und jeder zweite Jugendliche bereits Online-Missbrauch erlebt hat. 2025 gab zudem ein Viertel der Minderjährigen an, Opfer von Cybergrooming geworden zu sein. Schulen und Fachleute setzen nun auf Aufklärung und Prävention, um das Problem einzudämmen.

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Zwischen 2022 und 2024 lief in Thüringen ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt an, das digitale sexualisierte Gewalt an Schulen bekämpfen sollte. Finanziert vom Landesbeauftragten für den Kinderschutz, war die Initiative die erste ihrer Art in Deutschland. Yasmina Ramdani leitete Präventionsworkshops und erreichte rund 5.000 Schülerinnen und Schüler in der Region.

Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stand die Sensibilisierung für Risiken wie Cybergrooming, bei dem Täter gezielt das Vertrauen von Kindern im Netz aufbauen, um sie später auszubeuten. Viele Vorfälle geschehen aber auch innerhalb von Gleichaltrigengruppen – oft wegen mangelnder digitaler Kompetenz oder fehlendem Verständnis für Grenzen. Lehrkräfte erkennen zwar die Dringlichkeit des Themas, fühlen sich aber häufig überfordert, angemessen zu reagieren.

Expertinnen und Experten betonen, dass Prävention nur gelingen kann, wenn auch Eltern mit einbezogen werden. Sie raten Familien dazu, offen über Online-Verhalten und persönliche Grenzen zu sprechen. Allerdings gibt es keine offiziellen Zahlen darüber, wie viele Schulen bundesweit seitdem ähnliche Programme eingeführt haben, seit das Thüringer Projekt endete.

Die Jugendsexualitätsstudie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit unterstreicht das Ausmaß der Problematik: Fast die Hälfte der jungen Menschen ist von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen. Bildung bleibt daher ein zentrales Instrument zum Schutz. Schulen, Eltern und Politiker suchen weiterhin nach Wegen, um Präventionsmaßnahmen flächendeckend auszubauen.

Quelle